„Belfast brennt” – ja, aber anders
Die Medienberichte über die Ausschreitungen nach der Ermordung des Studenten Henry Nowak sind meist sehr verkürzt. Gewalt ist in Nordirland ein latentes Phänomen. Warum Belfast nicht Berlin oder Wien ist, aber zum Pulverfass Europas werden könnte.
„Rassistische Ausschreitungen“, „rechtsradikale Schlägertruppen“, „über Social Media aufgeheizt“ ... solche Einordnungsversuche dominieren die Berichterstattung heimischer und internationaler Medien. Auch ein ORF-Reporter legt im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in Belfast nahe, soziale Medien per Gerichtsbeschluss sperren zu lassen. Und das wahre Problem scheint gefunden: Rechtsextremisten, die sozialen Medien und – Elon Musk. Doch wird das wirklich der Realität in Belfast vollkommen gerecht?
Brutale Messerattacke als Auslöser
Zum Hintergrund: Am Montag, dem 8. Juni 2026, attackierte in Belfast ein Asylant aus dem Sudan einen Einheimischen mit einem Messer, verletzte ihn schwer im Gesicht, am Hals und am Rücken, stach ihm ein Auge aus und schien laut Augenzeugen zu versuchen, ihm den Kopf abzuschneiden. Ein Passant, bewaffnet mit einem Hurling-Schläger, konnte den Angreifer dazu bringen, von seinem Opfer abzulassen, bis die Polizei kam. Eine Videoaufnahme des Vorfalls verbreitete sich rasant über die sozialen Medien und löste Entsetzen aus – und mächtige Wut. Nicht nur in Nordirland, sondern auch über seine Grenzen hinaus.
Veröffentlicht hatte das Video der britische Anti-Migrations-Aktivist Tommy Robinson. Er rief auf der Plattform X zu einem landesweiten Massenprotest auf mit den Worten „Das gesamte Vereinigte Königreich geht heute Abend um 19 Uhr auf die Straßen nach einem weiteren Angriff der Invasoren auf unsere Leute. Es ist Zeit.“ Auf dem Poster dazu der Hinweis „Friedlich. Respektvoll. Gemeinsam.“ Elon Musk teilte diesen Aufruf mit den Worten „Nur durch wiederholten und lauten Protest wird es Veränderung geben!!“ Weltweit erreichte die Nachricht innerhalb kurzer Zeit über 10 Millionen Menschen.
Das ZDF insinuierte in seinem Beitrag am 12. Juni, Robinson und Musk hätten zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen – eine „verleumderische Unterstellung“, die dem ZDF breite Kritik anderer Medien sowie eine Klage von Elon Musk einbrachte.
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