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Riesendiamant "Florentiner"
Der Riesendiamant aus dem Schmuck der Habsburger, genannt "Der Florentiner". Hier vor seinem Auftauchen als Reproduktion. © CommonsWikimedia.

Blut und Gold - Österreich in Florenz

Das Wiederauftauchen des „Florentiners“ ist Anlass, sich an das Wirken der Habsburger in der Toskana zu erinnern. Sie blieben in guter Erinnerung, auch in süßer, und haben zahlreiche Spuren in der Stadt hinterlassen. Der Diamant wurde bereits von Mussolini beansprucht.

Manfred Manera | Kultur | 21. November 2025

Fast ein Jahrhundert lang als verloren geglaubt, ist „Il Fiorentino“, der legendäre Diamant der Habsburger, plötzlich wieder aufgetaucht.  Er befindet sich im Depot einer Bank in Quebec, Kanada, und ist noch immer im Besitz der Familie. Nur einige ihrer Mitglieder kannten die Klausel im Testament von Kaiserin Zita, wonach er erst viele Jahre nach ihrem Tod veröffentlicht werden sollte. Die Hofjuweliere A.E. Köchert am Neuen Markt in Wien haben seine Echtheit überprüft und bestätigt. Es befindet sich zusammen mit anderen Schmuckstücken, die zur Zeit des Kaiserreichs von derselben Manufaktur hergestellt wurden.

Der geheimnisvolle Diamant mit seinen magischen goldenen Reflexen wurde von den Portugiesen aus Goa aus dem indischen Königreich Vijahynagar entwendet und anschließend an die Medici verkauft. Nach dem Aussterben des berühmten florentinischen Geschlechts ging er in den Besitz der Habsburger über. 

Das Juwel ist das Symbol für die engen Beziehungen zwischen Florenz und Österreich, die bis zum Ende des 16. Jahrhunderts zurückreichen. Wenn man sich in die Innenstadt von Florenz zum Palazzo Vecchio begibt, dem damaligen Regierungssitz, gelangt man, nachdem man unter dem berühmten David von Michelangelo hindurchgegangen ist, in einen Innenhof, der reich mit Fresken und Grotesken aus der Renaissance verziert ist.

Im Gegensatz zu den Alchemisten Mitteleuropas brauchten die Medici keinen Stein der Weisen, um Gold herzustellen, sondern schufen dank ausgeklügelter Finanzgeschäfte aus dem Nichts Reichtum. Da sie jedoch aus einfachen Verhältnissen stammten, wollten sie sich mit dem edelsten Blut Europas verbinden.

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