Brauchen wir mehr Butter oder mehr Kanonen?
Europa will massiv aufrüsten, die Kosten sind enorm. Was die Umstellung von Wohlstands- auf Kriegswirtschaft bedeutet, zeigen die USA vor. Dort sollen die ohnehin exorbitanten Militärausgaben noch mehr gesteigert, dafür jene für Bildung und Soziales drastisch gekürzt werden. Wollen die Bürger Europas das wirklich?
Europa rüstet auf. Die europäischen NATO- Mitglieder haben sich verpflichtet, 5 % ihres Bruttonationalprodukts für das Militär auszugeben. Obwohl schon Präsident John F. Kennedy die europäischen Partner aufgefordert hat, mehr für ihre Verteidigung zu tun, hat Präsident Donald Trump nun auf seine Art erreicht, dass die Europäer der amerikanischen Forderung nachkommen. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat in seiner Regierungserklärung dargelegt, dass die deutsche Bundeswehr die „stärkste konventionelle Macht“ in Europa werden muss. Der britische Verteidigungsminister John Healey will die Rüstungsindustrie seines Landes massiv ausbauen. Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, General Fabien Mandon, hat erklärt, „Frankreich muss darauf vorbereitet sein, im Konflikt mit Russland seine Kinder zu verlieren“. Manche, wie der polnische Ministerpräsident, erklären, dass wir uns bereits im Dritten Weltkrieg befinden; andere sagen, wir steuern darauf hin.
Dabei sind die Europäer, gerade im Vergleich mit Russland, militärisch nicht schlecht aufgestellt: Die Europäische Union verfügt, zusammen mit dem Vereinigten Königreich, über 2 Millionen aktive Soldaten; Russland hingegen höchstens über 1,3 Millionen. Darüber hinaus können die Europäer auf bis zu 3 Millionen Reservisten zurückgreifen, Russland höchstens auf 2 Millionen. Auch bei den Kampfpanzern sind die Europäer mit 6000 Stück den Russen mit höchstens 3000 weit überlegen.
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