Brüssels gezielte Desinformation
Die EU hat sich zum obersten Ziel gesetzt, „Desinformation“ zu verhindern. Doch diese setzt sie mitunter selbst ein, wenn es nützlich erscheint. Ein Fallbeispiel war jüngst eine missglückte Bulgarien-Reise.
Die Meldung sorgte weltweit für Aufregung: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen reiste im Zuge einer Tour durch sieben Nachbarländer Russlands und Belarus‘ Anfang September nach Bulgarien. Dort wollte sie den Regierungschef treffen und eine Munitionsfabrik besichtigen. Das Land nimmt einen wichtigen Platz in den Aufrüstungsplänen der EU ein.
Doch das Flugzeug der Politikerin konnte nicht landen, hieß es. Es sei „über eine Stunde“ über dem Flughafen gekreist. Schuld sei ein fehlendes GPS-Signal gewesen, dieses sei gezielt von russischen Akteuren gestört worden. All dies berichtete die hochangesehene „Financial Times“ unter Berufung auf mehrere, gut informierte Beamte der EU-Kommission. Die Landung sei schließlich nur möglich gewesen mithilfe von papierenen Landkarten. Fast alle westlichen Medien gaben den Vorfall in dieser Art wieder.
Ungeprüfte Meldungen
Die deutsche „Tagesschau“, das einflussreichste Nachrichtenportal Deutschlands, vermeldete: "Wir können bestätigen, dass es GPS-Jamming gab", sagte eine Sprecherin der Europäischen Kommission in Brüssel über den Vorfall in Bulgarien. Beim sogenannten GPS-Jamming wird der Empfang des Satellitensignals gestört. Nach Angaben der Sprecherin endete der Zwischenfall glimpflich. Das Flugzeug mit von der Leyen sei sicher gelandet. Bulgarische Behörden hätten die Vermutung geäußert, dass die Störung "auf eine unverhohlene Einmischung Russlands zurückzuführen ist", sagte die Sprecherin.
Unbegrenzter Zugang zu allen Inhalten
Gratis Testabo für 4 Wochen
Ein Monatabo oder das
günstigere Jahresabo
Sie sind bereits Libratus-Abonnent?
Melden Sie sich hier an: