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medienfoerderung

Odysseus und Polyphem
Jakob Jordaens, Odysseus in der Höhle des Polyphem, ca. 1630. © Puschkin-Museum, CommonsWikimedia.

Nolans Odyssee und der Kulturimperialismus

Im Sommer kam die filmische Adaption des homerischen Epos in die Kinos: Der Film hatte im Vorfeld nicht zuletzt aufgrund von „woke“ anmutenden Casting-Entscheidungen für einige Kontroversen gesorgt. Doch war die Kritik berechtigt? Oder ist viel eher der US-amerikanische Umgang mit europäischem Kulturgut das eigentliche Problem? Eine Analyse.

Jan David Zimmermann | Kultur | 18. September 2026

Eines muss man Hollywood-Regisseur Christopher Nolan lassen: Für Kinobesucher ist die Neuverfilmung der griechischen Sage um den Helden Odysseus in der Tat beeindruckend. Im IMAX-Format auf 70mm analogen Film gedreht, ist der Film eine Rückbesinnung auf eine Zeit vor KI und übermäßigem Gebrauch von CGI. Nolan gilt bekanntlich als großer Freund praktischer Effekte, der so wenig wie möglich in Studios dreht und stattdessen auf echte Schauplätze setzt. Man mag bei Nolans Film einige der Entscheidungen rund um das Aussehen der Rüstungen, Gewänder oder der Ausstattung generell kritisieren und als unauthentisch für die Bronzezeit bezeichnen; doch wie das Ganze in Szene gesetzt wurde und mit welcher Intensität diese Bilder und die wuchtige Tongebung auf einen wirken, das ist in der Tat Kino, wie es sein sollte. Das funktioniert gerade auch bei vielen der fantastischen Inhalte, wie etwa bei der Szene mit dem Zyklopen Polyphem oder bei den Sirenen erstaunlich gut, indem Nolan sparsam mit Sichtbarkeit der Schrecknisse und gekonnt mit Licht und Schatten oder Geräuschen und Tönen umgeht.

Missinterpretationen der Vorlage

Nolans Problem liegt nicht auf der visuellen, sondern auf der inhaltlichen (und auch sprachlichen) Ebene: Erstens interpretiert er das Quellenmaterial derart um, dass die Kernelemente der Erzählung kaum erhalten werden – obwohl der fast dreistündige Film so ausführlich wie noch keine Adaption die Stationen von Odysseus einfängt.

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