Chronisch erschöpft: Phänomen „Fatigue“
Wenig bekannte Krankheiten wie ME/CFS sind im Anstieg begriffen, durch Corona wurde diese Entwicklung verstärkt. Die Ursachen sind wenig erforscht, Betroffene leiden unter mangelnder Unterstützung.
April 2020: Monika Krampl leidet nach einer Corona-Erkrankung, verbunden mit einer Lungenentzündung, an schwerer Erschöpfung – ein Zustand, der ein halbes Jahr anhält. Danach kommen Kurzatmigkeit und Schwindel hinzu. „Durch diese Belastungsintoleranz haben mich selbst geringe Anstrengungen, etwa auch Gespräche, überfordert“, sagt Krampl, die bis dahin als Psychotherapeutin gearbeitet hatte. Ab dem Jahr 2021 treten alle Symptome immer wieder wellenförmig auf, 2022 vermehrt Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, sowie eine Wortfindungsstörung.
Ab 2023 leidet Krampl unter Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie stark ausgeprägter Muskelschwäche und -schmerzen. „Der Erschöpfungszustand ist immer wieder sehr massiv, ich kann tageweise nur liegen“, sagt die Pensionistin. Aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten sei auch Autofahren nicht mehr möglich. „Ich habe mein bisheriges Leben und dadurch drastisch an Lebensqualität verloren“, erzählt Krampl. Die Erkrankte kann keine Freunde oder Kollegen mehr treffen, keine familiären oder kulturellen Veranstaltungen besuchen. „Selbst Telefongespräche sind zu viel.“ Auch die Diagnose Demenz steht im Raum. Was als Long Covid begann, ging in eine ME/CFS-Erkrankung (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) über.
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