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Theodor Herzl 1903
Theodor Herzl mit Max Mandelstam, dem Anführer der russischen zionistischen Bewegung, 1903 in Altaussee. © CommonsWikimedia.

Der Zionismus als Feindbild

Der Begriff „Zionismus“ oder „Zionist“ wird mittlerweile, insbesondere in linken Kreisen, als Schimpfwort gegen Menschen verwendet, die sich gegen Antisemitismus oder tendenziell pro-israelisch positionieren. Doch was hat es mit dem Terminus auf sich?

Jan David Zimmermann | Gesellschaft, Politik | 24. April 2026

Die Nahost-Thematik spaltet seit 2023 Akteure jedweder ideologischen Ausrichtung. Israels Politik steht insbesondere seit ihrer „Antwort“ auf den Terroranschlag des 7. Oktober 2023 massiv in der Kritik, Kriegsverbrechen zu begehen, Völkerrecht zu brechen und an der Eskalationsschraube im Nahen Osten zu drehen. Auch der Vorwurf eines Genozids an der palästinensischen Zivilbevölkerung steht im Raum. Der Krieg gegen den Iran wie auch gegen den Libanon sorgen für heftige Proteste. Doch geht es an dieser Stelle um etwas anderes: um das Spiel mit Begriffen in den Diskursen ÜBER Israel.

Die aufgeheizte Debatte, insbesondere der Informationskrieg in den digitalen, alternativen wie öffentlich-rechtlichen Medien, führte auf der ganzen Welt zu einem nachweislichen Anstieg von Antisemitismus – zuletzt aufgrund der Epstein-Files: Facebook, X, TikTok und Co. explodieren regelrecht vor antisemitischen Bildern und Narrativen, in denen Israel/die Juden/die Zionisten einmal mehr als Kindermörder, Kinderfresser oder satanische Baal-Verehrer dargestellt werden.

Für Juden und Israelis weltweit führt diese unheilvolle Stimmung qua ihrer Herkunft zu tatsächlicher Diskriminierung, Anfeindung und Gewalt. Allein seit Anfang März 2026 gab es sechs bestätigte Anschläge/Anschlagsversuche auf jüdische Einrichtungen (Synagogen, Schulen, Rettungsdienste) in Europa. Juden und Israelis werden auch im Kulturbetrieb oder an Universitäten vielfach bedrängt oder geächtet, israelische Touristen im Ausland beschimpft und dergleichen.

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