Zum Hauptinhalt springen
Demonstration gegen Iran in Vancouver
Demonstration in Vancouver, Kanada, im Jahr 2022. © 123RF Bildagentur, Margarita Young.

Die grauenhaften Folgen des Massakers im Iran

Die Lage der Menschen im Iran ist bedrückend. Die Repression nahm zuletzt, nach den Demonstrationen vom 8. Und 9. Jänner, noch zu. Ein Exil-Iraner schildert anhand von Berichten aus seiner Heimat die Lage kurz vor Ausbruch des aktuellen Krieges. Ob dieser die Lage verbessern wird, ist ungewiss.

Paulus Irani | Kommentar | 06. März 2026

In meinem letzten Bericht ("Hilferuf aus dem Iran") habe ich die Situation im Iran rund um die furchtbaren Massaker Anfang Jänner geschildert. Wer glaubt, dass die Gewalttaten längst zu Ende seien und nur eine punktuelle Ausschreitung des Regimes darstellten, irrt jedoch gewaltig.

Das Regime der Mullahs rächt sich unerbittlich an der iranischen Bevölkerung – Verfolgung und Tötung gehen weiter, auch wenn in den westlichen Medien nichts davon zu hören ist. Die Menschen im Iran leiden in unbeschreiblichem Ausmaß, gefangen ihrer eigenen Heimat, als Opfer eines von der Scharia beherrschten Staates.

Täglich erreichen uns erschütternde Meldungen aus dem Iran von den anhaltenden Gewalttaten, von denen man bei uns hier in Europa nichts hört. Unter Risiko ihres Lebens und ihrer Sicherheit senden Iraner Fotos, Videos und Nachrichten an Angehörige, Freunde und unabhängige Nachrichtendienste im Ausland, um auf das furchtbare Schicksal der iranischen Bevölkerung aufmerksam zu machen.

123RF Emanuele Mazzoni Jahrestag der REvolution 2016 Esfahan Iran webKinder halten am Jahrestag der Revolution Schilder mit antisemitischen Parolen (2016 in Esfahan). © 123RF Emanuele Mazzoni

Die Behörden beeilen sich mittlerweile, alle Beweise zu vernichten und die Zahl der tatsächlich Getöteten zu vertuschen. So wurde zum Beispiel am 6. Februar 2026 in der Nähe der Stadt Ardebil von der islamischen Regierung ein Leichenhaus in Brand gesetzt. Augenzeugen, die kurze Videoaufnahmen gemacht haben, berichten, dass dort viele Leichen des Massakers aufbewahrt wurden, die so dem Raub der Flammen zum Opfer gefallen sind.  

Bedienstete des Leichenhauses am Friedhof Beheschte Sakine bezeugen, dass erst vor einigen Tagen 951 angeblich nicht identifizierte Leichen in einem Massengrab „beseitigt“ wurden. Die Berichte über das Verfahren mit Verhafteten und aus dem Krankenhaus verschleppten, verletzten Demonstranten und dem helfenden medizinischen Personal sind erschütternd:  

Unbegrenzter Zugang zu allen Inhalten

Gratis Testabo für 4 Wochen
Ein Monatabo oder das
günstigere Jahresabo

Sie sind bereits Libratus-Abonnent?
Melden Sie sich hier an: