Die tiefe Krise der Nato
Der Haussegen in der Nato-Familie hängt mehr als schief. Der Ukrainekrieg stürzt, je länger er andauert, auch die Nato in eine Krise. Es haben sich zwei Gruppen gebildet, die einen diametralen Kurs fahren. Während die eine, angeführt von den USA, rasch Frieden wollen, will die andere Härte zeigen, bis hin zu einem „Präventivschlag“ gegen Russland.
Es war ein historischer Moment: Die USA haben nicht am Nato-Treffen der Außenminister teilgenommen – erstmals seit dem Irak-Krieg 2003. Damals hatten die USA unter einem erfundenen Vorwand den Irak angegriffen, was zu heftigen Kontroversen innerhalb der Bündnispartner führte. Und nun kam Marco Rubio nicht nach Brüssel. Er sei mit den Verhandlungen im Ukraine-Konflikt und anderem beschäftigt, verlautete die Nato. Dies ist wenig glaubhaft und es ist ein Symptom einer tiefen Krise im Militärbündnis.
Ein anderes ist, dass das Pentagon jeglichen Kontakt zum deutschen Verteidigungsministerium abgebrochen hat. Die Kommunikation sei komplett abgebrochen, so Generalleutnant Christian Freuding nach einem Bericht von The Atlantic, der auch in Deutschland aufmerksam wahrgenommen wurde.
Innerhalb der Nato gibt es unterschiedliche Richtungen und entgegengesetzte Interessen. Vor allem im Hinblick auf die Ukraine. Die USA sind sauer, ja erbost. Präsident Trump hat nicht vergessen, wie ihn eine Reihe von europäischen Regierungschefs und Medien im Wahlkampf bezeichnet und offen seiner Konkurrentin Kamala Harris den Vorzug gegeben hatten. Er ist durchaus nachtragend. Und er ist wütend, weil die EU seine Friedensbemühungen aus seiner Sicht massiv torpediert.
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