Die vielen Shades von "#Me too"
In der Debatte um die Belästigungsvorwürfe des Ex-ORF-Generals wird vieles vermischt. Auffallend ist, dass derartige Debatten oft aufpoppen und medial breitgetreten werden, um sachfremde Zwecke zu verfolgen oder zu verschleiern – etwa eine Wiederwahl. Vielmehr sollte in Fällen sexueller Belästigung der Rechtsweg beschritten werden. Dass dies nicht geschah, schadet letztlich den von sexueller Gewalt betroffenen Frauen.
Unter dem Hashtag #Me too haben Frauen in den USA - vorwiegend aus der Filmbranche –vor einigen Jahren begonnen, ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen in den sozialen Medien zu teilen. Durch einen Hashtag # wird ein Schlagwort in den sozialen Medien sichtbar gemacht. Seither gilt „Me too“ als Sammelbecken für Berichte von sexuellen Übergriffen von Männern auf Frauen; dies oft ungeachtet, ob es eine Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung, Missbrauch einer unmündigen Person, sexuelle Belästigung, Stalking, unerwünschte Berührung oder bloß um ein anzügliches Kompliment gehandelt hat.
Diese öffentliche Debatte ist durch einige rezente Fälle nun wieder in den medialen Fokus gerückt. Allen voran durch der Fall Fernandes/Ulmen in Deutschland, in dem die Schauspielerin Collien Fernandes ihrem Ex-Ehemann „virtuelle Vergewaltigung“ vorgeworfen hat. Ein weiterer prominenter Fall ist jener des bisherigen Generaldirektors des ORF, Roland Weißmann, der im Zusammenhang mit Vorwürfen sexueller Belästigung einer Mitarbeiterin zurückgetreten ist. Weil in den öffentlichen Diskussionen verschiedene Begriffe durcheinandergeraten und die Vorwürfe oft unter dem Sammelbegriff „sexuelle Übergriffe“ im gleichen Atemzug genannt werden, sollen eingangs in aller gebotenen Kürze die dahinterstehenden rechtlichen Begriffe erklärt und voneinander abgegrenzt werden.
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Christian Ulmen und Collien Fernandes bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2012. © CommonsWikimedia, JCS.
Die offenkundigen folgenden Indizien lösen bei mir vielmehr größte Zweifel aus.
Unbegrenzter Zugang zu allen Inhalten
Gratis Testabo für 4 Wochen
Ein Monatabo oder das
günstigere Jahresabo
Sie sind bereits Libratus-Abonnent?
Melden Sie sich hier an: