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Goldschmuck in einer Auslage in Istanbul
Schaufenster eines Goldhändlers am berühmten Grand Bazar in Istanbul. © CommonsWikimedia, Slyronit.

Die Welt im Goldrausch

Die Goldpreise steigen global. Das hat Ursachen, die die Weltwirtschaft verändern – und Folgen für den Alltag vieler Menschen. Was der Goldrausch mit Menschen und Märkten macht. Ein Lokalaugenschein in der Türkei.

Boris Kálnoky | Wirtschaft | 02. Januar 2026

„Das hier kaufen die meisten als Investition”, sagt Cemal Ekinci, Inhaber des Istanbuler Juweliergeschäfts „Kalite”, gleich neben dem Grand Basar. Er zeigt zwei einfache goldene Armreife. 15 Gramm, 22 Karat. 2000 Euro. „Die sind maschinengefertigt, der Preis ist nur der Preis für das reine Gold. Kein Aufschlag für die Arbeit des Juweliers. Das ist die billigste Art, Gold zu kaufen als Geldreserve für schlechte Zeiten.”

Oben, im ersten Stock, wird der Schmuck gefertigt. Es ist ein Familiengeschäft, jeder, der hier arbeitet, gehört zur Verwandtschaft. Die Geschichte diese Goldschmiede-Dynastie reicht mehrere Generationen zurück. Ekinci zeigt seine teuersten Stücke: Ein reiner Diamant von 4 Karat, 75.000 Euro.  Daneben eine prachtvolle Halskette, gelbe und weiße Diamanten im Tränenschliff, in Gold gefasst. „24 Karat insgesamt, aber der Preis ist auch 75.000. Der einzelne, große Diamant ist deswegen genauso viel wert, weil solche großen, klaren Steine selten sind”.

Weltweit explodieren die Goldpreise, auch die Ekincis bekommen das zu spüren. „Unser Kundenverkehr ist um 30 Prozent zurückgegangen in diesem Jahr, wir verkaufen also 30 Prozent weniger Schmuck. Die Einnahmen sind aber unverändert, weil der Preis jetzt viel höher ist.”

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