Entscheiden die Rentner die Wahl in Ungarn?
Die Anspannung vor der kommenden Schicksalswahl in Ungarn im April wächst. Ministerpräsident Orbán warnt vor der EU-hörigen Opposition und vor Kriegswirtschaft. Die ältere Generation in Ungarn wird wohl wahlentscheidend sein. Was wünscht sie sich? Und wie steht sie zu Orbán? Eine Reportage.
Olga Tóth lebt mit ihrem Mann in Köszeg, eine kleine Stadt nahe Ungarns Grenze zu Österreich. Seit 20 Jahren ist sie Rentnerin, wie auch ihr Mann, und wie 20 Prozent der ungarischen Wähler. Für den Wahlausgang – es wird eng, sagen die Meinungsforscher - könnten die Rentner am Ende den Ausschlag geben.
Entsprechend ist um sie eine politische Schlacht entbrannt. Die oppositionelle Tisza-Partei schildert die Lage der Rentner als furchtbar, und will „niedrige” Renten anheben. Dazu gibt es sogar einen Rentenrechner online. Freilich kann dessen Ergebnis ernüchternd ausfallen. Wenn man 140.000 Forint als derzeitige Monatsrente angibt, umgerechnet etwa 360 Euro, bekommt man die Antwort, dass man unter einer Tisza-Regierung 0 Prozent (Null) mehr Rente bekäme, weil diese Rente ausreiche, also als nicht niedrig genug eingestuft wird. Die Durchschnittsrente liegt jedoch bei 259.000 Forint, umgerechnet etwa 672 Euro.
Olga Tóth ist zufrieden mit ihrer Rente. „Ich bin gerne im Ruhestand”, sagt sie und lobt die Regierung, die ihrer Meinung nach die Lebensleistung der älteren Generation zu würdigen verstehe. Seit der Fidesz-Regierung gibt es eine 13. Monatsrente, nun kommt sogar als Wahlkampfgeschenk erstmal eine 14. Monatsrente dazu. So etwas hat es in Ungarn noch nie gegeben.
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