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WEF Meeting Davos 2026 Empfang
In Davos fand ein Showdown statt. © CommonsWikimedia.

"Es ist nicht das Ende der Welt!"

Von den Einflussreichsten dieser Welt wurde jüngst in Davos das Ende des Klimanotstands verkündet. Propheten des Weltuntergangs wie Tony Blair und Bill Gates rudern zurück und meinen nun: Alles nicht so schlimm. Die Apologeten in der Politik, vor allem in Europa, haben nun ein Problem aus der Nummer wieder herauszukommen.

Manfred Manera | Politik | 06. Februar 2026

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„Die Politik des Klimawandels ist der größte Betrug in der Geschichte der Menschheit!“ Diese Worte von Präsident Trump, die er vor dem Publikum beim Treffen des World Economic Forums (WEF) in Davos aussprach, ließen die einflussreichsten Manager und CEOs der Welt auf ihren Stühlen zusammenzucken. Diese reisen jedes Jahr in den Schweizer Ort, ohne auf ihren Privatjet zu verzichten, sodass sie den Flughafen Zürich verstopfen. Obgleich sie sich seit mindestens einem Jahrzehnt dem Kampf gegen CO2-Emissionen, der „grünen“ Agenda, angeschlossen haben.

Demselben Publikum missfiel das Abendessen, das mit einer Rede des US-Handelsministers Howard Lutnick eingeleitet wurde, in der er verkündete, dass der im Davoser Club so geliebte „Offshore-Kapitalismus”, der Kapitalismus der Standortverlagerungen auf der verzweifelten Suche nach den am schlechtesten bezahlten Arbeitskräften, vorbei sei. „Von nun an”, so Lutnick, „beabsichtigt Amerika, die Produktion auf seinem Territorium wieder aufzunehmen und dabei jede verfügbare Energieform zu nutzen”. Und er forderte die europäischen Länder auf, ihre als von ihm als „selbstmörderisch“ bezeichneten „grünen” Energiepolitiken so schnell wie möglich aufzugeben.

Aufgrund dieser Aussagen verließ EZB-Präsidentin Christine Lagarde demonstrativ und verärgert den Saal. Und als Lutnick erklärte, dass Amerika wieder vermehrt fossile Brennstoffe nutzen werde, waren aus dem Saal „Buhrufe“ zu hören, die vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore stammten, der ebenfalls anwesend war.

Die unüberlegte Reaktion von Al Gore ist psychologisch verständlich, da er mit dem Zusammenbruch seiner Welt konfrontiert ist, jener regelrechten Klimareligion, die er in den frühen 2000er Jahren gegründet hatte und deren wichtigster apokalyptischer Prediger er war. In jenen Jahren hatte er begonnen, beängstigende Prophezeiungen zu verbreiten, die immer dramatischer wurden, jedoch regelmäßig widerlegt wurden. Er sagte, dass die Welt aufgrund der globalen Erwärmung immer mehr zur Wüste würde.

2008 Al Gore talks about Global Warming at Davos CommonsWikimedia Robert Scoble web2008 sprach Al Gore beim WEF-Meeting eindringlich über Global Warming. © CommonsWikimedia Robert Scoble.

Die Fotos der NASA-Satelliten zeigen jedoch, dass die Erde, seitdem es all dieses CO2 in der Atmosphäre gibt, grüner denn je ist. Seit den 1920er Jahren ist übrigens bekannt, wie eine Zeitung aus jener Zeit berichtet, dass das vielgeschmähte CO2 in Wirklichkeit ein „grünes” Gas ist, da es Pflanzen nährt und ihr Wachstum fördert.

CO2 For plants 1922 Bunbury Herald webCO2 For plants 1922 Bunbury Herald. © CommonsWikimedia.

Dies ist das Prinzip der Photosynthese. Gore prophezeite 2009 weiters, dass der Nordpol innerhalb von sechs bis sieben Jahren im Sommer eisfrei sein würde, was nie eingetreten ist. Die Polkappe bleibt auch im Sommer bestehen, wenn auch etwas dünner.

 Im Jahr 2006 hatte er vorausgesagt, dass der Kilimandscharo innerhalb von zehn Jahren schneefrei sein würde, doch stattdessen kann man von den Savannen Tansanias aus noch immer seine weißen Hänge bewundern. Al Gore ist eine Kassandra sui generis: Während er mit apokalyptischen Tönen gegen die Nutzung fossiler Brennstoffe predigte, hatte er 2013 keine Skrupel, die Petrodollars des Emirs von Katar für den Verkauf seines Fernsehsenders Current-tv einzustreichen. „Pecunia non olet” – Geld stinkt nicht, auch nicht das Ölgeld.

Gores Religion basiert auf der Wissenschaft, aber nicht auf der Wissenschaft Galileos, die offen für Dialog und Debatte ist, sondern auf einer dogmatischen Wissenschaft, deren Kritiker der Ketzerei bezichtigt werden, ja sogar als „Leugner“. Ein unheilvoller Begriff, der mit Schuldgefühlen behaftet ist und verwendet wird, um diejenigen zu stigmatisieren, die die Tatsache des Holocaust leugnen.

Kritiker geächtet und diffamiert

Vorwürfe, die renommierte Wissenschaftler wie viele der 2000 Unterzeichner der „World Climate Declaration“  getroffen haben. Sie wurden geächtet, weil sie das Dogma in Frage gestellt haben, dass der Klimawandel einzig durch anthropogenes CO2 verursacht wird. Unter den Geächteten ist auch der Nobelpreisträger für Physik von 2022, John Klauser.

In Italien erlitt der Nobelpreisträger Carlo Rubbia, einer der Gründer des Forschungsinstituts CERN, ein ähnliches Schicksal. In einer berühmten Anhörung vor dem italienischen Senat im Jahr 2014 wagte er es, die Klimadoktrin in Frage zu stellen. Er erläuterte, dass das Klima zur Zeit Hannibals im Jahr 218 v. Chr. milder war als heute, und das ohne relevantes anthropogenes CO2, sodass er mit Elefanten die Alpen überqueren konnte. Vor dieser Feststellung war Rubbia ständig in den Medien präsent und wurde als Nationalheld gefeiert. Doch seitdem ist er von der Bildfläche verschwunden und wurde von den Medien komplett gecancelt.

Bis 2023 bestimmte noch die Klima-Agenda das Geschehen, und der Präsident der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, suchte in Anlehnung an Al Gore die Welt mit den Worten in Panik zu versetzen: „Wir sind in das Zeitalter des globalen Kochens eingetreten!“ Und noch 2024 verkündeten die weltweiten Medien: „Es ist das heißeste Jahr aller Zeiten!“ Ein Jahr später ignorierten sie jedoch, dass die Temperaturen 2025 wieder gesunken waren. Ebenso wird stets als Referenzjahr 1850 angegeben, der Beginn der Aufzeichnungen. Aus den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor existieren diese nur punktuell. Damals gab es eine „Kleine Eiszeit“, mit extrem kalten Sommern und Hungersnöten.

Trump änderte Klima-Kurs

Seit 2025, zeitgleich mit dem Amtsantritt von Trump, ist eine allmähliche Wende zu beobachten, auch wenn Nachrichten, die dem Klimanotstand widersprechen, weiterhin unter Verschluss gehalten werden, wie die Analyse für 2025 des Cred-Zentrums der Katholischen Universität Löwen zeigt. Diese belegt im Gegensatz zu apokalyptischen Erzählungen, dass die Opferzahlen durch extreme Wetterereignisse weltweit auf einem historischen Tiefstand sind.

Die Vereinigten Staaten unter Trump haben eine plötzliche und radikale Kehrtwende um 180 Grad vollzogen und sich von der Linie Bidens und seines Umweltministers John Kerry distanziert. Die Trump-Regierung strebt nun danach, Energie aus allen möglichen Quellen zu beziehen, um eine unbegrenzte Entwicklung zu ermöglichen.

President Donald Trump delivers remarks at the World Economic Forum in Davos Switzerland The White House webDonald Trump reiste wie auch die Klima-Apostel mit dem Flugzeug und Hubschrauber an. © CommonsWikimedia, The White House.

Mehr als die bombastischen Äußerungen von Trump beunruhigen Al Gore jedoch die Erklärungen einiger seiner einflussreichsten Unterstützer, die ihm nun offenbar den Rücken gekehrt haben und eine Änderung der Agenda andeuten. Einer von ihnen ist Bill Gates. Im Oktober 2025 erklärte er, dass die Klimakrise letztendlich gar nicht so schlimm sein werde, „sie wird nicht das Ende der Zivilisation bedeuten”. Er hat offenbar erkannt, dass die neue digitale Welt aufgrund der künstlichen Intelligenz, die ein Höchstmaß an Energie verbraucht, mit der „grünen” Politik nicht mehr vereinbar ist.2024 Bill Gates Colombia at the World Economic Forum in Davos Switzerland on 17 January 2024 webBill Gates hat sich mittlerweile anderen Betätigungsfeldern zugewandt. Hier in Davos 2024. © CommonsWikimedia.Auch der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, ein guter Freund von Al Gore und von Anfang an ein Anhänger der Klima-Apokalypse, hat sich von ihm abgewandt und sich gegen seine eigene Partei, die Labour Party, und seinen Kollegen Premier Keir Starmer gestellt, die weiterhin das utopische Ziel verfolgen, fossile Energien bis 2050 abzuschaffen.

Blair schrieb in der Einleitung zu seinem Bericht „The climate paradox”, dass die aktuellen internationalen und britischen Strategien zur Erreichung des Null-Emissions-Ziels „zum Scheitern verurteilt” seien. Über seine Organisation, das „Tony Blair Institute for Global Change”, plädiert er nun für einen „Neustart” in der Klimapolitik. Er erklärte, es sei falsch, von den Menschen „finanzielle Opfer und Änderungen ihres Lebensstils zu verlangen, wenn sie wissen, dass ihr Einfluss auf die globalen Emissionen minimal ist. Die politischen Führer würden dies sehr wohl wissen, dass es nicht möglich ist, bis 2050 emissionsfrei zu werden, wagen es aber nicht zu sagen. Sie würden befürchten, des Leugnens bezichtigt zu werden, und Schwierigkeiten haben, aus der von ihm so bezeichneten „Klimahysterie” herauszukommen.

Gefälschte Studie

Abgesehen von Trump hat sich also der Wind gedreht, und auch die großen wissenschaftlichen Zeitschriften passen sich an. Noch 2023 manipulierte die Zeitschrift „Lancet“ in einem Anflug von Eifer für die Klimareligion die Grafiken, um den Eindruck zu erwecken, dass es mehr Todesfälle durch Hitze als durch Kälte gab. Jetzt hingegen zog die Zeitschrift „Nature“, wenn auch erst nach 18 Monaten langem Überdenken, die einflussreiche Studie „The economic commitments of climate change” zurück, die die zukünftigen Schäden durch den Klimawandel quantifiziert. Die Daten der Studie waren falsch, die Realität ist weit weniger ernst, als veröffentlicht worden war. Die Studie ist von großer Bedeutung, da sie die Maßnahmen der Zentralbanken und der großen Investmentfonds beeinflusst hat.

EU weiter auf Irrweg

Die EU hingegen scheint keinen klaren Weg zu haben und windet sich in einer Position voller Widersprüche. Einerseits fordert sie zur nicht eben umweltfreundlichen militärischen Aufrüstung auf, andererseits hält sie weiterhin an ihrer „grünen” Agenda fest. Ein Widerspruch in sich. Mit der Aufrüstung will man die europäische Industrie, insbesondere die deutsche, wiederbeleben. Diese ist das Opfer derselben „grünen” Ideologie, auch wenn kein Politiker es wagt, dies offen zuzugeben, um nicht die offensichtlichen Konsequenzen ziehen und zurücktreten zu müssen.

Die „grüne” Agenda war ein Segen für China, dessen Automobilindustrie auf Kosten Europas floriert und das zum weltweit größten Exporteur von Batterien, Solarzellen und Windräder wurde. Gleichzeitig bezieht China weiterhin 70 % seiner Energie aus fossilen Brennstoffen, vor allem Kohle, und ist bei weitem der größte CO2-Emittent der Welt.

Deutschlands Energie-Irrsinn

Der Gipfel der selbstzerstörerischen Verwirrung wurde in Deutschland erreicht, wo man zunächst aufgrund unbegründeter Ängste auf die Kernenergie verzichtete und dann aufgrund des Kriegs in der Ukraine auch auf das günstige russische Gas verzichtete, um stattdessen amerikanisches Gas zum vierfachen Preis und mit unendlich höheren CO2-Emissionen aufgrund des Seetransports zu kaufen. Gleichzeitig quält man in Europa die Bürger mit „grünen” Vorschriften, wie den Immobilienrichtlinien, die alle Kleinvermieter dazu verpflichten, enorme Summen zu investieren, um eine höhere Energieklasse zu erreichen; oder in Deutschland, mit Vorschriften, die Familien dazu verpflichten, teure Wärmepumpen zu installieren.

Howard Lutnick kritisierte ebenfalls in Davos die anwesenden europäischen Politiker scharf und sagte, sie würden Europa in den energetischen Selbstmord treiben. Diese fühlten sich beleidigt, aber Lutnick fügte hinzu: „Ich habe das gesagt, weil wir Amerikaner Europa lieben und wollen, dass es sich wieder erholt und zu neuem Wohlstand gelangt.”

President Donald Trump at the World Economic Forum Davos Switzerland webWas Trump und sein Minister in Davos sagten, sorgte für Unmut und Erbitterung im Publikum. © Commons, The White House.

Es ist offensichtlich, dass in den höchsten Kreisen der große Wandel zur Abwendung von der Klimahysterie im Gange ist. Dies zeigt, dass es sich in Wirklichkeit nur um eines der Instrumente der globalen Herrschaft handelte, die von den Oligarchien von Davos eingesetzt wurden. Ein austauschbarer Trick, der, sobald er nicht mehr gebraucht wird, ersetzt werden kann, bis die nächste Apokalypse gefunden ist.

Wie lange wird es dauern, bis sich das neue Paradigma verbreitet und die Angst vor dem Klimawandel auch aus den Schulbüchern, den Medien und den Infoscreens der öffentlichen Verkehrsmittel, etwa in Wien, verschwinden?

Um die Klima-Angst der Jugendlichen zu vertreiben, müsste man ihnen vielleicht erzählen, wie Ötzi, der vor 5000 Jahren im Eis Südtirols gefundene Mann, frei über die hochgelegenen Alpenpässe wanderte, als das Klima offensichtlich viel wärmer war als heute. Und wahrscheinlich ging es ihm gar nicht so schlecht.♦

Zum Weiterlesen:

Studie in Nature aus der hervorgeht, dass mehr als die Hälfte des Kohlenstoffs aus Quellen stammt, die 1000 Jahre und älter sind. Diese Tatsache wurde in den Klimamodellen nicht berücksichtigt:

Joshua F. Dean et.al., Old carbon routed from land to the atmosphere by global river systems. In: Nature 642/2025

www.nature.com/articles/s41486-025-09023-w

 

Manfred Manera

Autor bei Libratus

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