Europas Niedergang und Kapitulation
Die EU hat wieder kapituliert, dem Druck der USA nachgegeben - zum eigenen Schaden. Die Enteignung des chinesischen Chipherstellers Nexperia durch die Niederlande auf Druck der USA ruiniert die deutsche Autoindustrie und die österreichische Zulieferindustrie. Im US-Wirtschaftskrieg gegen das aufsteigende China opfern die USA ihre Verbündeten. Und Europa lässt es sich gefallen, kritisierte der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, der in Wien einen Vortrag hielt.
Die große Volkshalle im Rathaus ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Knapp 500 Besucher sind gekommen, um die Ausführungen des über 80jährigen Professors der Columbia University auf Einladung der Wiener Vorlesungen zu hören. Europa müsse Trump die Stirne bieten. Den "Deal, den die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen mit Trump vereinbart hat, ist zum Nachteil Europas und wird Europas Niedergang beschleunigen", daran lässt Joseph Stiglitz keinen Zweifel.
Warum hat Europa Null Gegenzölle von den USA verlangt, fragt Stiglitz verwundert. Europa sei doch viel größer als die USA und könnte selbst Bedingungen diktieren.
"Die einzige Sprache, die Trump versteht", so Stiglitz, "ist die Sprache der Macht." Deshalb müssten die Länder, die von den höhen Zöllen betroffen sind, gemeinsam dagegen auftreten.
Der Krimi Nexperia
Doch anstatt gemeinsam aufzutreten, wie es Nobelpreisträger Joseph Stiglitz vorschlägt, wurde vor zwei Wochen die chinesische Chipfirma Nexperia enteignet - auf massiven Druck der USA auf die niederländische Regierung. Die Folge: Die Autoindustrie Deutschlands könnte bald stillstellen, sobald die Lager für diese Chips leer sind. Auch wenn diese Enteignung Europa massiv betrifft, schweigen die Kommission und das EU-Parlament. Die deutsche Regierung, die sicherlich eingeweiht war, schweigt ebenfalls. Genauso wie bei dem Attentat auf die wichtigste Energieversorgung Deutschlands: Nord Stream 2.
Unbegrenzter Zugang zu allen Inhalten
Gratis Testabo für 4 Wochen
Ein Monatabo oder das
günstigere Jahresabo
Sie sind bereits Libratus-Abonnent?
Melden Sie sich hier an: