
Geopolitik: ein belasteter Begriff verändert die Welt
Gerade aufgrund der unterschiedlichsten politischen Konfliktzonen und globalen Krisenherde ist immer wieder von der Schaffung neuer „geopolitischer Realitäten“ die Rede. Doch was ist Geopolitik eigentlich genau, warum gilt er als belastet? Was bedeutet der Begriff und wie wird er verwendet?
Trumps Intervention in Venezuela, Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, oder Israels Krieg gegen die Hamas: in medialen Diskussionen wird meist davon gesprochen, dass diese Konflikte massive „geopolitische Auswirkungen“ haben, die „Weltordnung“ sich in einem „tiefgreifendem Wandel“ befinde oder „geopolitische Risiken“ erzeugen würden. Im medialen Gebrauch wird der Begriff „Geopolitik“ somit vielfach zur Beschreibung neuer politischer Realität(en) und der Verschiebung von Machtgefügen verwendet. Das ist nicht falsch, allerdings recht allgemein gehalten, denn es gilt zu differenzieren.
In aktuellen politikwissenschaftlichen Darstellungen wird Geopolitik etwa folgendermaßen definiert. Geopolitik bezeichnet demnach „wissenschaftliches Bemühen, bestimmte Aspekte der Geografie, Geschichte, Bevölkerungs- und Staatswissenschaft zur Erklärung des Verhältnisses zwischen Raum und Politik zu nutzen. Politisch ist die G. insofern belastet, als z. B. geopolitische Theorien vom (deutschen) Lebensraum von rechtsradikaler und nazistischer Propaganda verbreitet wurden. G. ist heute einer praktisch orientierten politischen Geografie […] gewichen.“

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