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Schüler im Unterricht
© Bild:123RF Bildagentur; Mujahid Ahmad.

Geschichtsfälschung und ihr Schaden für Österreich

In den nächsten drei Monaten steht eine Reform der Geschichtslehrpläne an, die Schulbücher werden entsprechend adaptiert. Vor allem im Bereich Zeitgeschichte besteht dringender Handlungsbedarf, denn der österreichische Widerstand gegen den Nationalsozialismus darf an den Schulen und in etlichen anderen Bereichen nicht länger verschwiegen werden. Dieser war auch eine wesentliche Grundlage für die Wiedergewinnung der Unabhängigkeit Österreichs.

Walter Tancsits | Kommentar | 30. Januar 2026

Im Bereich Zeitgeschichte hat die NS-Zeit einen besonderen Stellenwert. Viele Schulen veranstalten Exkursionen in ehemalige Konzentrationslager ,wie etwa nach Mauthausen, und man erläutert an Ort und Stelle die unmenschliche Behandlung der politischen Gefangenen und den Holocaust der Nazis. Die Jugendlichen kehren dann mit tiefer Betroffenheit zurück und leiden oft an diesen furchtbaren Ereignissen. Das alles ist leider Teil unserer Geschichte und damit des Unterrichts. Was ich aber nicht verstehe, ist das systematische Verschweigen der Versuche Österreichs, den Anschluss an Hitler-Deutschland zu verhindern.

So wurde etwa in einem Geschichtslehrbuch für die AHS-Unterstufe im Text über Österreich formuliert, dass die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernommen hätten und dass es von Arbeitern Widerstand gab. Dieser Buchtext wurde – aufgrund meiner Intervention im Jahr 2022 – in den Neuauflagen zwar herausgenommen, jedoch nicht mit den tatsächlichen Ereignissen in Österreich ergänzt. Auch wäre es interessant zu klären, ob die Autorin absichtlich österreichische Geschichte vertuschen wollte, oder unwissend von einem deutschen Lehrbuch abgeschrieben hat. Nun werden die Lehrpläne und die Unterrichtsmaterialien wieder einmal überarbeitet und es steht zu befürchten, dass sich Auslassungen und Einseitigkeiten der Vergangenheit wiederholen.

Abwehrkampf darstellen

Zu den historischen Fakten: Im Juni 1933 wurde die NSDAP in Österreich verboten. Im Juli 1934 wurde der von Adolf Hitler angeordnete Putsch der Nationalsozialisten in Österreich niedergeschlagen. Damit konnte der vom Deutschen Reich angestrebte Zwangsanschluss für fast vier Jahre verhindert werden. Durch den Staatswiderstand konnte eine Vielzahl von abwehrbereiten Menschen gewonnen werden, welche dann von 1938 bis 1945 einen erheblichen Anteil am Widerstand hatten.

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