Haben Orbán und Fidesz noch eine Zukunft?
Der scheidende ungarische Ministerpräsident gibt sein Parlamentsmandat zurück, bleibt aber Parteichef der nunmehrigen Oppositionspartei Fidesz, sein Rücktrittsangebot wurde nicht angenommen. Doch: Hat er als Politiker noch eine Chance? Und wie geht es mit seiner Partei weiter?
Bereits in der Wahlnacht am 12. April gestand Viktor Orbán seine Niederlage ein, und sprach zugleich von einem Neubeginn: „Die Arbeit beginnt”- mit einer Analyse der Niederlage, und einem Umbau der Fidesz-Partei, um sie fit zu machen für vier Jahre Oppositionsarbeit.
Dieser Umbau ist nun unterwegs. Am 25. April trat das Parteipräsidium zusammen. Dort wurde entschieden, dass Orbán auf sein Parlamentsmandat verzichtet. Fraktionschef wird sein bisheriger Kanzleramtsminister Gergely Gulyás, ein gemäßigter, erfahrener Politiker. Das Präsidium empfahl zugleich, Orbán möge als Parteichef weitermachen.
Dann konstituierte sich am 27. April die Fidesz-Fraktion. Mehr als die Hälfte jener 42 Kandidaten, die über die Landesliste der Fidesz-KDNP ins Parlament gewählt worden waren, verzichteten freiwillig, damit andere, teilweise ganz neue Gesichter nachrücken können – die angekündigte „Erneuerung”. Ohne Streit lief das ab, ohne Festhalten an Pfründen und Privilegien. Das zeigte auch, wie kohäsiv die Partei noch ist. Wer Zerfallserscheinungen erwartete, wurde enttäuscht.
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