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Große Moschee in Katar
Die Ibn-Abdul-Wahhab-Moschee in Katar. ©123RF Bildagentur, Sophie James.

Islamophobie als Waffe gegen Islamismus-Kritik?

„Islamophobie-Forschung“ soll über Vorurteile aufklären. Doch Kritiker warnen: Der Begriff diene auch dazu, islamistische Gruppen und ihre Förderer vor Kritik zu schützen. Ein Bericht des US-Repräsentantenhauses liefert nun ein Lehrstück: Georgetowns „Bridge Initiative“ soll Kritiker des politischen Islam verunglimpft und Hamas verteidigt haben – finanziert mit 630.000 Dollar aus Katar.

Stefan Beig | Gesellschaft, Politik | 05. Juni 2026

Es ist ein Begriff, der schützen soll – und Debatten beenden kann, bevor sie beginnen. Wer Muslime pauschal herabsetzt, schürt Ressentiments gegen Menschen. Wer den politischen Islam kritisiert, nimmt eine Ideologie ins Visier. Genau diese Unterscheidung verschwimmt beim Begriff „Islamophobie“ immer wieder. Kritiker wie die Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter warnen daher: Islamophobievorwürfe dienten oft dazu, Kritik am politischen Islam abzuwehren.

Mittlerweile ist die Islamophobie-Forschung längst ein etabliertes akademisches Feld. Ihr Nukleus liegt an der University of California, Berkeley. Dort gründete der Politikwissenschaftler Hatem Bazian 2009 das „Islamophobia Research and Documentation Project“, eine Forschungseinheit zum „Othering“ von Islam und Muslimen. 2012 folgte das halbjährliche Islamophobia Studies Journal.

Um Berkeley gruppieren sich weitere Einrichtungen wie das Othering & Belonging Institute und die International Islamophobia Studies Research Association.

Vom Hörsaal in die Weltpolitik

Längst hat das Konzept die Universitäten verlassen. 2022 erklärte die UN-Generalversammlung den 15. März zum „Internationalen Tag zur Bekämpfung der Islamophobie“ – auf Initiative von 60 Staaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Frankreich, die EU und Indien stellten sich dagegen.

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