Krieg der Worte wird zum Krieg der Taten
Seitdem kein russisches Öl mehr fließt und ein Geldtransporter beschlagnahmt wurde, eskaliert das angespannte Verhältnis zwischen Kiew und Budapest. Die Ukraine erklärt ungarische Gesetze für „nichtig”, Ungarns Führung malt potentielle ukrainische Gewalttaten gegen Budapest an die Wand. Indes wird der Krieg der Worte zum Krieg der Taten.
„Irgendwann kann das in physische Gewalt umschlagen”, warnte Ungarns Regierungssprecher Zoltán Kovács am 11. März angesichts immer härterer Rhetorik aus Kiew gegen die ungarische Regierung. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte zuvor gedroht, er werde seinen Soldaten seine Adresse geben, damit sie in ihrer Sprache mit ihm sprechen würden. Nicht namentlich genannt, aber klar gemeint, war Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Kovács wies darauf hin, dass solch hetzerische Sprache in letzter Zeit zu mehreren Attentaten geführt habe, etwa gegen Donald Trump während dessen Wahlkampf, oder gegen den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico.
Ungarns regierungsfreundliche Medien sind derweil voller Berichte, wonach die Ukraine konkret ein Attentat gegen Orbán plane, und/oder die Entsendung von Provokateuren, um Proteste gegen Orbán in Gewalt umschlagen zu lassen. Allerdings beziehen sich solche Berichte zumeist auf die ukrainische Influencerin Diana Panchenko, die von der EU mit Sanktionen belegt wurde, weil sie russische Propaganda betreibe.
Man merkt: Der ungarische Wahlkampf tritt in seine Endphase. Von außen betrachtet wirkt es mehr wie ein Ringen zwischen Kiew und Budapest, nicht wie ein innenpolitisches Kräftemassen zwischen Regierungspartei und Opposition. Die Rhetorik ist fast kriegerisch.
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