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Kriegsheimkehrer Berlin 1945
Kriegsheimkehrer im zerstörten Berlin 1945. © CommonsWikimedia, Deutsche Fotothek.

Kriegsende Mai 1945: Angst und Erleichterung

Die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die letzten Kriegstage verblassen, es gibt nur noch wenige Zeitzeugen dieser dramatischen Tage vor nunmehr 81 Jahren. Überdauert haben jedoch Tagebucheinträge und Berichte, die sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben. Sie zeigen, wie wertvoll Friede und wie grauenvoll Krieg ist. Daran sollte man sich gerade heute wieder erinnern.

Gudula Walterskirchen | Wissenschaft | 08. Mai 2026

Es waren damals strahlende Frühlingstage: Es war ungewöhnlich warm, die Sonne schien, die Bäume blühten. Dennoch war es völlig anders: Viele Häuser waren zerstört, Ruinen prägten das Bild der Städte, die Menschen räumten Schutt weg und suchten Nahrung. Das Gezwitscher der Vögel fehlte, denn ihre zarten Leiber hatten die Druckwellen der Bomben nicht überstanden. Im April 1945 hatte der Krieg, der „Endkampf“, Österreich längst erreicht. Noch am 25. April, wenige Tage vor der Kapitulation, wurden die letzten Angriffe von US-Bombern auf Linz geflogen. Auch auf Wohngebiete und damit Zivilisten. Tiefflieger schossen auf alles, auch auf Kinder. Das Ziel: die Demoralisierung der Bevölkerung. Nach heutigem Maßstab begangen die Amerikaner damals somit Kriegsverbrechen, doch niemand sprach später davon.

Flüchtlingsmassen und Elend

Es war die Zeit der Anarchie, des Chaos. Es strömten ungeheure Flüchtlingsmassen ins Land, die meisten aus Osteuropa, etwa dem Sudetenland, dazu heimkehrende Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Insgesamt schätzt man die Zahl auf 1,6 Millionen Menschen.  Österreich hatte damals sechs Millionen Einwohner. Man nannte diese Menschen „DPs“, Displaced Persons. Gigantische Flüchtlingslager wurden eingerichtet. Die Bevölkerung an den Orten, wo sich besonders viele Flüchtlinge befanden, beschwerte sich, dass diese besser ernährt würden als die Einheimischen. Es war unmöglich, alle auch nur mit dem Nötigsten zu versorgen. Hatte die Lebensmittelversorgung während des Krieges noch halbwegs funktioniert, so brach sie jetzt völlig zusammen, die Menschen hungerten.

1,2 Millionen Soldaten der deutschen Wehrmacht hatten auf österreichischem Boden kapituliert, es wurden riesige Kriegsgefangenenlager errichtet. Auch die Gefangenen mussten versorgt werden, mit Hilfe der Alliierten. Insgesamt erreichten 1,5 Millionen Besatzungssoldaten Österreich.

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