
Portugal will sich vor den Armuts-Migranten retten
Das weltoffene Portugal zeigt sich überfordert. Nur mit Mühe hatte man sich aus der schweren Erschütterung in Folge der Finanzkrise emporgearbeitet. Das Land hat immer noch einen unterdurchschnittlichen Lebensstandard. Dazu kommt das Erbe der sozialistischen Regierung: eine große Zahl an Armutsmigranten. Eine Reportage.
Heuer ist Lissabon und ganz Portugal besonders im Trend als Urlaubsdestination. Der Tourismus hat sich zu einer Stütze der Wirtschaft entwickelt. Zahlreiche Lokale haben eröffnet, Ferienwohnungen und Hotels boomen. Das hat etwa dazu geführt, dass Lissabon großteils neu erstrahlt. Noch vor 15 Jahren waren im Stadtzentrum etwa die Hälfte der Häuser verfallen, leerstehend oder stark renovierungsbedürftig. Es gab eine exorbitant hohe Jugendarbeitslosigkeit, die sogar mit freiem Auge wahrnehmbar war. Die meisten Geschäftslokale standen leer. Ebenso in der zweitgrößten Stadt Porto – eine Stadt, ein Land im Niedergang.
Heute bietet sich die Stadt in neuer Pracht dar, ganze Stadtviertel wurden renoviert oder neu gebaut. Überhaupt wird sehr viel gebaut, vor allem an der Peripherie. Mittlerweile hat Lissabons Großraum etwa 3 Millionen Einwohner, das ganze Land 10 Millionen. Es ist im Unterschied zu früher der Aufschwung spürbar, die Beschäftigung der Jugend ist stark gestiegen, in der Innenstadt reiht sich ein Restaurant neben das andere – da gibt es reichlich Jobs. In den schmalen Gassen drängen sich die Touristen. Die Stadt auf mehreren Hügeln mit Blick auf die Mündung des Tejo und den Atlantik ist tatsächlich malerisch und eine Reise wert.
Lissabon, Alfama, mit Blick auf die Mündung des Tejo. © Libratus.
Doch es gibt auch die Schattenseiten, die sich nicht jedem erschließen, vor allem wenn man sich in noblen Stadtteilen wie Bairro Alto oder Lapa aufhält. Man muss genau hinsehen. So etwa am zentralen Verkehrsknotenpunkt Martim Moniz.

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