Renaissance der Kernenergie?
Lange Zeit stand die Atomkraft wegen zahlreicher Gefahren in der Kritik und eine wachsende Zahl an Ländern entschied sich gegen deren Nutzung. Seit einigen Jahren findet jedoch eine Kehrtwende statt, in manchen Kreisen gilt Kernenergie nun als „sauber“ und „sicher“. Was steckt dahinter?
Am 11. März 2011 wurde die japanische Hauptinsel Honshu von einer dreifachen Katastrophe erschüttert: Ein Erdbeben der Stärke 9.0 löste einen Tsunami mit bis zu 15 Meter hohen Wellen aus, die über das an der Küste gelegene Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hereinbrachen. Kernschmelzen in drei Reaktorblöcken und Wasserstoffexplosionen waren die Folge. Große Teile des Landes rund um Fukushima Daiichi wurden radioaktiv verseucht, mehr als 18.000 Menschen verloren durch Erdbeben und Tsunami ihr Leben. Hunderttausende mussten aufgrund der radioaktiven Kontaminierung evakuiert werden.
Als Folge der Fukushima-Katastrophe traf die deutsche Regierung unter Angela Merkel die Entscheidung, aus der Atomkraft auszusteigen; im April 2023 wurden die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet. Auch Italien hat einen vollständigen Atomausstieg durchgeführt, Spanien kündigte diesen für 2027 an.
Atomkraftwerke in Europa
In Österreich wurde 1976 das Atomkraftwerk Zwentendorf fertig gestellt – das jedoch nie in Betrieb ging. Bereits 1975 formierte sich die „Initiative österreichischer Atomkraftwerksgegner“, die auf ihrem Höhepunkt 500.000 Menschen umfasste. 1977 erregte ein Hungerstreik von neun Vorarlberger Müttern vor dem Bundeskanzleramt Aufsehen, der einen Probebetrieb in Zwentendorf verhindern sollte.
Am 5. November 1978 schließlich ergab eine Volksabstimmung ein knappes Nein: 50,47 Prozent stimmten gegen das AKW Zwentendorf.
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