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medienfoerderung

Frau mit Kopfhörern
© 123RF Bildagentur, Peopleimages12.

Seien wir aufmerksam!

Zahlreiche Ablenkungen machen es dem modernen Menschen schwer, sich zu konzentrieren. Warum es mehr Aufmerksamkeit und geistigen Freiraum braucht. Ein Plädoyer an der Schwelle des neuen Arbeitsjahres.

Gudrun Trausmuth | Gesellschaft, Kommentar | 04. September 2026

Einige Jahre war das Wort „Achtsamkeit“ und „achtsam“ sehr aktuell. Man sollte alles „achtsam“ machen – sogar in der Wiener U-Bahn tönte einem entgegen „Seien Sie achtsam!“ Vielleicht beeindruckte einfach das Wort, weil es eines der wenigen heute noch gebräuchlichen „-sam“-Wörter ist und weil es das häufige „mühsam“ durch seinen Neuigkeitswert und positiven Klang ausbalanciert. Oder, einfacher: Man erhoffte sich ein Neuaufflammen der Wirkung, wenn man statt „Achtung!“ auf das fast exotische, in jedem Fall aber alternativ klingende „Seien Sie achtsam!“ setzte.

Selbst wenn der Aufruf zur „Achtsamkeit“ durchaus mit ideologischer Einschlägigkeit besetzt scheint, so ist das Anliegen dahinter doch nicht falsch. – Bleiben wir bei der U-Bahn, um das mit zwei Situationen zu argumentieren: Beim Aussteigen stehen bei bestimmten Stationen Horden von Menschen einstiegswillig unmittelbar vor den Türen. Sie sind der Tatsache gegenüber, dass sie damit ihrer Intention buchstäblich im Wege stehen, völlig blind …. Selbst wenn der U-Bahnfahrer dann grantig darauf hinweist, dass man die Leute erst aussteigen lassen solle, kommt kaum eine vernünftige Reaktion.

Oder: Seit einiger Zeit versage ich es mir, in den öffentlichen Verkehrsmitteln am Weg zur Arbeit das Handy zu zücken. Grund ist das folgende Erlebnis: Als ich einmal zufällig nicht ins Handy vertieft war, stieg ein durchgängig schwarz gekleideter, völlig vermummter Mann in die U-Bahn, mit einem Rucksack am Rücken.

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