Sudan: Die größte humanitäre Krise der Welt
Der Krieg im Sudan steht im Schatten anderer internationaler Konflikte, wie Ukraine, Gaza und zuletzt Iran. Dabei herrscht dort eine humanitäre Katastrophe und eine Hungersnot. 14 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Angriffe nehmen derzeit zu, denn die Trockenzeit soll zu Gebietsgewinnen genutzt werden.
Am 1. Februar flog nach drei Jahren wieder der erste zivile Flug in die Hauptstadt Karthum. Der Flieger war aus Port Sudan gekommen, wohin sich die sudanesische Regierung vor anderthalb Jahren aufgrund der schweren Kämpfe mit der von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und anderen Nachbarländern hochgerüsteten Miliz Rapid Support Forces (RSF) zurückgezogen hatte.
„Hoffentlich gibt es bald wieder regelmäßig Flüge. Dann musst du auch einmal kommen“, sagte Mohammed Salah zu mir, „wie der Fußballer“, stellte sich der sudanesische Diplomat in Wien mir vor, als wir uns vor fast einem Jahr kennenlernten. Diesmal trafen wir uns im siebten Stock der UNO-City in Wien. „Es wird noch ein paar Monate dauern, aber dann solltest du kommen – wenn der Wiederaufbau voranschreitet und es in Karthum sicher ist.“ Dann gibt es auch etwas Positives zu berichten“, meint er: „Karthum ist eine wunderschöne Stadt, aber nach diesem langen Krieg ist sehr viel zerstört.“ Aus seiner sanften und ruhigen Stimme klingen Trauer, aber auch zunehmender Optimismus. Salah glaubt fest daran, dass sich der Bürgerkrieg in seinem Land dem Ende zuneigt und das Land endlich einer friedlichen Zukunft nähert.
Doch noch ist bis dahin ein weiter Weg. Die Kämpfe dauern an, zuletzt wurden eine Schule und ein Krankenhaus von Drohnen getroffen, 8 Jugendliche starben. Von der Normalität ist Karthum, wie der Rest des Landes, weit entfernt. Erst kürzlich berichtete „AfricaNews“ über die Bombardierung eines Marktes in der Provinz Nord-Kordofan. 28. Menschen sollen gestorben sein. Mehrere Drohnen griffen den Markt im Gebiet Al-Safiya außerhalb der Stadt Sodari an, wie die „Organisation Emergency Lawyers“ mitteilte, die die Gräueltaten im fast dreijährigen Krieg zwischen der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz dokumentiert.
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