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Kind mit Laptop auf Boden sitzend
© 123RF Bildagentur; kvladimirv.

Technik errette uns? Nein!

Technische Entwicklungen bedeuten Innovation. Sie haben aber auch immer Schattenseiten. Wer diese anspricht, gilt schnell als „Fortschrittverweigerer“. Sobald die dunklen Flecken dann ersichtlich werden, beginnt die blinde Panik. Das „Social Media Verbot“ ist ein Beispiel – aber keineswegs das einzige.

Daphne Hruby | Gesellschaft, Politik | 03. April 2026

„Die Technik wird’s schon richten.“ An diesem Glaubenssatz wird festgehalten – auch dann noch, wenn sich frühere Warnungen vor einer zu großen Hörigkeit bei gleichzeitigem Ausblenden der Risiken als richtig herausgestellt haben.

Aktuellstes Exempel: Das „Social Media Verbot“ für unter 14-Jährige, das die österreichische Bundesregierung vor einer Woche auf einer Pressekonferenz verkündet hat. „Es sollen technisch moderne Methoden zur Altersverifikation eingesetzt werden, die gleichzeitig die Privatsphäre schützen. Das heißt, man kann das Alter bestätigen ohne persönliche Daten preiszugeben.“ Dieses Versprechen von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll klingt vernünftig – wäre da nicht der Folgesatz des ÖVP-Politikers. „Die technische Umsetzung wird in weiterer Folge der nächste Schritt sein.“ Was genau soll das bedeuten? Zunächst mal dreierlei.

Erstens: Die Regierung hat noch keine Technik gefunden, die diesen Spagat schaffen kann. Zweitens: Das politische Vorhaben ist dennoch auf Schiene gebracht worden und entsprechender Gesetzestext soll bald folgen. Drittens: „Die Technik wird’s schon richten.“ Irgendwann und irgendwie. Dass die digitalen Medien ebenfalls Licht- wie Schattenseiten in sich bergen und ein übermäßiger Gebrauch gerade in jungen Jahren viele negative Konsequenzen mit sich bringen kann, ist augenscheinlich. Dass es hier Lösungen braucht, ebenso. Äußerst interessant ist dabei die Chronologie des Themas: Wer genau auf diese Folgewirkungen hingewiesen hat, wurde vor nicht allzu langer Zeit noch als „Fortschrittsverweigerer“, „Trottel“ oder gar „Gefährder“ diffamiert. Werfen wir doch einen Blick zurück auf die vergangenen sechs Jahre.

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