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Kraftwerk Matra in Ungarn
Das Braunkohlekraftwerk Matra liefert 15 Prozent des Stroms in Ungarn. © CommonsWikimedia, Attila Terbócs.

Ungarn will mehr Energie-Autonomie

Die EU will sich völlig von russischem Öl und Gas abkoppeln, dem bisher billigsten Energieträger. Für die Staaten Mittel- und Osteuropas ist dies noch schwieriger: Die Abhängigkeit ist größer, teure Energie wäre fatal für Wirtschaft und Haushalte. Ungarn setzt auf Atomstrom, Solarenergie und strebt nach mehr Unabhängigkeit von russischen Importen.

Tristan Csaplár | Politik, Wirtschaft | 20. Februar 2026

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg erließ die Europäische Union zahlreiche Sanktionen gegen russische Energieträger. Die Bereitschaft, diesen Schritt mitzugehen variierte stark entlang geographischer, historischer und wirtschaftlicher Bruchlinien. Während es für westeuropäische Staaten tendenziell einfacher war, sich von den russischen Energieimporten zu lösen, stellte dies die Staaten Mitteleuropas, deren Wirtschaft historisch stark auf russische Energieimporte ausgerichtet war, vor deutlich größere Herausforderungen.

Im Falle der Binnenländer Ostmitteleuropas erwies sich sowohl die historische Abhängigkeit, als auch die Erschließung alternativer Importrouten als besonders schwer. Bei mehreren dieser Länder, darunter auch Ungarn, war die Abhängigkeit vom russischen Gas sehr groß. Diese Tatsachen bergen ein relevantes Strukturproblem, denn ein solches Abhängigkeitsverhältnis ist wirtschaftlich wie politisch unvorteilhaft. Insbesondere Ungarn und die Slowakei standen in der jüngsten Vergangenheit immer wieder für ihre Entscheidung in der Kritik, an russischen Energieträgern festzuhalten.

Die ungarische Regierung konnte kürzlich sogar eine befristete Ausnahme von den US-Sanktionen gegen russische Öl- und Gasimporte erwirken. Dennoch ist die ungarische Energiepolitik durchaus einen genaueren Blick wert, denn das Land geht trotz der geographischen und infrastrukturellen Gegebenheiten neue Wege.

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