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Schulmädchen in Afrika in Uniform singend
Schulkinder christlicher Schulen sind besonderes Ziel der islamischen Terroristen und krimineller Banden. © 123RF Bildagentur; Wootan51.

Völkermord in Nigeria an Christen

Während die Gewalt in Gaza anhaltenden internationalen Protest hervorruft, herrscht zum Morden in Nigeria weitgehend Schweigen oder Relativierung. Nigeria ist derzeit weltweit der gefährlichste Ort für Christen, sie werden systematisch ermordet, vertrieben oder entführt.

Gudula Walterskirchen | Gesellschaft, Politik | 09. Januar 2026

Die Zahlen sind erschreckend: Allein im Vorjahr wurden in Nigeria etwa 7000 Christen ermordet und an die 8000 entführt. Die Dunkelziffer ist wohl viel höher. Von allen Christen, die weltweit verfolgt und getötet werden, sind 82 Prozent Nigerianer. Das westafrikanische Land, das mit 230 Millionen Einwohner mit Abstand das bevölkerungsreichste des Kontinents ist, ist im Chaos. Die Regierung des zur Hälfte muslimischen Landes bekommt die sich dem IS zuzählenden Terroristen und kriminellen Banden nicht in den Griff. Daran hat auch der Militärschlag der USA am Weihnachtstag nichts geändert.

Christliche Dörfer und Kirchen werden niedergebrannt, die Bewohner getötet, vertrieben oder verschleppt. Männer werden auf ihren Feldern gejagt und getötet. Die katholischen Diözesen des Landes meldeten in den letzten 10 Jahren die Entführung von mehr als 200 Priestern. Die Dunkelziffer liegt auch hier wohl wesentlich höher, da etliche Diözesen keine Meldungen machen konnten und Ordensleute nicht inbegriffen sind. Schlagzeilen machte die Entführung von 250 Kindern und Lehrern einer katholischen Schule im Westen des Landes.

In Erinnerung ist manchen noch, dass  2014 Islamisten der Terrormiliz Boko Haram 274 Schülerinnen aus einem katholischen Internat in Chibok im Nordosten des Landes verschleppten, die meisten von ihnen Christen. Von 91 von ihnen fehlt auch heute noch jede Spur.

Oliver Dashe Doeme habla de Boko Haram y la persecución de los cristianos en NIgeria webBischof Oliver Dashe Doeme prangert bereits seit vielen Jahren die systematischen Verbrechen der Boko Haram und die Verfolgung der Christen in Nigeria an. © CommonsWikimidia.

Ein offizieller Untersuchungsbericht der UNO bringt Erschreckendes zutage: Die Mädchen in der Gewalt von Boko Haram und anderen bewaffneten Gruppen erhielten nicht einmal ausreichend Nahrung und wurden geschlagen, wenn sie nicht gehorchten. Viele wurden gezwungen, Kämpfer zu heiraten, Christinnen wurden gezwungen, ihre Religion aufzugeben und sich zum Islam zu bekehren, sie wurden missbraucht und einige brachten in Gefangenschaft Kinder zur Welt.

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