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medienfoerderung

Kind spielend in seinem Zimmer
Autistische Kinder und Erwachsene müssen viele Hürden überwinden, haben aber auch spezielle Fähigkeiten. © 123RF Bildagentur, Anastasiia Stiahalilo.

Von Menschen mit Autismus lernen?

Wenn es um Autismus geht, sind häufig zwei Extreme zu beobachten: entweder werden Betroffene in der öffentlichen Wahrnehmung abqualifiziert oder glorifiziert. Beides schadet Menschen im Autismus-Spektrum. Dieses ist breit. Die dort schlummernden Fähigkeiten auch.

Daphne Hruby | Gesundheit | 16. Januar 2026

 „Ich habe so eine Liste mit Tagesaktivitäten. Und da gehe ich ab und zu hin und denke mir: Jetzt hast du viel gelesen, nun wäre es vielleicht mal an der Zeit, dich zu bewegen. Also ich steuere mich so sehr über den Kopf, weil ich meine Bedürfnisse irgendwie nicht fühlen kann. Und das macht mein Leben unendlich anstrengend.“ So lebt es sich für Birgit Saalfrank als Autistin. So gestaltet sich der Alltag jedoch nicht für alle Betroffenen. Autismus ist nicht gleich Autismus. Nicht umsonst spricht man von einer „Autismus Spektrum Störung“.

Was Autismus kennzeichnet, ist die Schwierigkeit in der sozialen Interaktion mit anderen, bringt es Sonja Metzler auf den Punkt. Die klinische Psychologin hat sich vor mehr als zwanzig Jahren auf diese neurologische Entwicklungsstörung spezialisiert und einige Zeit die Diagnostikabteilung der „Österreichischen Autistenhilfe“ geleitet. Heute arbeitet sie in einer niedergelassen Praxis in Wien. Dort betreut sie Kleinkinder wie auch Erwachsene. Und Metzler schildert: Autistinnen und Autisten seien Menschen, „die Routinen lieben und dann auch vorzugsweise bei Strukturen bleiben, die sie einmal erlernt haben.“ Viele hätten Spezialinteressen. Und auch sensorische Über- oder Unterempfindlichkeiten treten häufig auf, berichtet die Psychologin. Gefühlskalt seien Betroffene aber keineswegs.

Autistinnen und Autisten hätten oft eine starke soziale Ader und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein. Sie täten sich schlicht schwer, die Emotionen ihrer Mitmenschen richtig zu lesen und die eigenen Empfindungen den normativen Regeln entsprechend nach außen zu tragen. „Kognitiv haben wir oft überdurchschnittlich intelligente Menschen im Spektrum, die erzählen, dass sie nicht wüssten, wie sie etwas sagen sollen oder wann sie sich zu Wort melden dürfen.“ Entgegen landläufiger Vorstellungen gibt es unter Autistinnen und Autisten allerdings nicht mehr Hochbegabte als in der übrigen Bevölkerung. Auch hier bildet sich das gesamte Spektrum ab. Es reicht von Menschen mit geistiger Behinderung bis zu hochintelligenten Personen.

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