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Dreifaltigkeit Glasfenster
Die hl. Dreifaltigkeit. Johannes Baptist-Kapelle. © CommonsWikimedia, Thomas Hummel.

Wahrer Geist und wahrer Mensch

Die Transzendenz und der wahre Geist des Menschen, trotz geistloser Zustände. Wenn der Geist sich im Leben an die Materie bindet, wird er von dieser beherrscht und fürchtet das Sterben. Reflexionen über den (heiligen) Geist, die Apostel, Karl Marx und dem Streben nach dem Guten.

Erwin Bader | Kultur | 03. April 2026

Der Geist des Menschen ist die Fähigkeit, die irdische Dimension zu übersteigen und daraufhin - also kausal, wenngleich indirekt - auch die irdische Wirklichkeit positiv zu verändern. Marx sagte, es käme „darauf an, die Welt [Wirklichkeit] zu verändern“. Das Wahre daran ist, dass der Mensch permanent, solange die Geschichtsschreibung zurückreicht, die Welt verändert hat und dass diese Weltveränderung nun ein Höchstmaß erreicht hat, das bereits die Substanz der Lebewesen insgesamt, also aller Pflanzen und Tiere, die es gibt – einschließlich dem Menschen selbst – gefährdet.

Nicht jede Veränderung ist also positiv. In unserer Zeit nimmt die Substanz lebendiger Wesen insgesamt ab, während die Substanz menschlicher Wesen zugleich ansteigt. Der Geist der Menschheit scheint sich aber damit zu berauschen, dass er sich anfänglich als revolutionärer Herausforderer und alles Beherrschender, aber zuletzt leider quasi als heimlicher Feind aller übrigen Lebewesen, ja der Natur insgesamt, scheinbar ungestraft verhalten darf.

Eigene Superfähigkeiten statt Gott

Der moderne Mensch glaubt zwar nicht an Gott, sondern nur an seine eigenen Superfähigkeiten, die er außerdem nur sich selbst, aber keinem Wesen außer und über ihm zu verdanken behauptet. Der Geist kann also offenbar in die Irre gehen, sich von seiner wahren Herkunft absondern. Im Kollektiv berauscht er sich zwar durch gegenseitige Selbstbestätigungen, aber er verträgt vor allem eines nicht, und zwar KRITIK. Das ist dann nicht mehr der Geist, der wirklich bei sich selbst ist.

Der Geist eine Kraft in einem anderen Sinn als die physikalischen Kräfte. Der Geist befähigt den Menschen nicht nur, Urteile zu bilden und logische Schlüsse zu ziehen, sondern er zeigt sich vor allem im Willen, also im Wollen und Können des Menschen, bis hin zu schöpferischen Leistungen. Aus der Materie lassen sich diese Fähigkeiten nicht ableiten, sondern diese sind Spiegelungen des Geistes Gottes, der offenbar alles Bestehende ersonnen und erschaffen haben muss, da es sonst nicht existieren würde.

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