Warum der Krieg in Nahost die MAGA-Bewegung spaltet
Donald Trump verdankte seinen Wahlsieg nicht zuletzt dem Versprechen, für Frieden zu sorgen. Die jüngsten Ereignisse im Iran sorgen dafür, dass ihm in der MAGA-Bewegung die Unterstützung wegbricht. Andere stehen fest zu ihm, dabei geht es auch um die Verbindung von Religion und Politik und messianische Vorstellungen.
„Wir wollen nicht für Israel sterben!!!!“ Das rief Brian McGinnis, Veteran der Marines, am 4. März in voller Uniform bei einer Anhörung im Senat, bevor er gewaltsam aus dem Saal gezogen wurde. Ein Senatsmitglied, Tim Sheehy, stürzte sich auf den ehemaligen Marine-Soldaten, um ihm den Mund zu stopfen, und half den Ordnern, ihn hinauszuziehen, bis ihm ein Arm gebrochen wurde.
Es soll kein Ausdruck von Dissens gegen die Intervention gegen den Iran zugelassen werden. Aber dieser Ruf hallt in der Wählerschaft Trumps wider, die sich durch diese militärische Intervention im Gefolge Israels betrogen fühlt. Trump hat sein wichtigstes Wahlversprechen gebrochen, nämlich ein Präsident des Friedens zu sein und die Vereinigten Staaten nicht mehr in endlose Kriege ohne klares Ergebnis wie im Irak, in Libyen und Syrien zu verwickeln. Er war mit einer Agenda gewählt worden, die den „Neocon“-Republikanern entgegenstand, die seit Jahrzehnten auf anhaltende Kriege im Gefolge Israels drängen.
Was sind die Ursachen für diesen Gesinnungswandel?
Zunächst einmal ist das enorme Gewicht des militärisch-industriellen Komplexes zu berücksichtigen, der von der einflussreichen zionistischen Lobby begleitet wird, die bereits vor zwanzig Jahren von Prof. John Mearsheimer in seinem berühmten Buch „The Israel Lobby“ beschrieben wurde. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Trump seit dessen Amtsantritt im Weißen Haus bereits sieben Mal besucht. Noch vor zwei Monaten bekräftigte der „neokonservative“ Kommentator Mark Levin während der Feierlichkeiten zum jüdischen Chanukka-Fest im Weißen Haus triumphierend, dass Trump der erste jüdische Präsident sei.
Außenminister Marco Rubio selbst ließ in einem Interview kurz nach Beginn der Feindseligkeiten durchblicken, dass es die Israelis waren, die den makabren Tanz des Krieges eröffneten und die USA praktisch zwangen, ihnen zu folgen. Diese Version wurde dann von Trump ungeschickt und wenig überzeugend dementiert.
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