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Graffiti Herzkranker
© Graffiti James Alex Matthew, CommonsWikimedia.

Warum wird Gesundheit immer teurer?

Werden die Menschen immer kränker, oder wird das Gesundheitssystem aus anderen Gründen teurer? – Wer das Gesundheitsbudget in den Griff bekommen will, muss sich auch gegen das Marketing der Gesundheitsindustrie zur Wehr setzen.

Sigrun Saunderson | Gesundheit | 14. August 2026

Die Gesundheitssysteme europäischer Länder sind kaum mehr finanzierbar, heißt es. Der Deutsche Bundestag hat soeben die Finanzreform der Gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen, Österreich bringt – wieder einmal – eine „große Gesundheitsreform“ auf den Weg, und auch andere Länder suchen nach Möglichkeiten, die steigenden Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen.

Doch abgesehen von den geplanten und sicher notwendigen Systemanpassungen gibt es noch einen Aspekt, der Aufmerksamkeit verdient: Gesundheit ist längst zum mächtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Wie jeder andere Wirtschaftszweig bedient er sich geschickter Marketingmethoden, um Bedarf sogar dort zu wecken, wo eigentlich keiner vorhanden war: Auch gesunde Menschen werden gezielt zu Patienten gemacht. Und das wird eben teuer.

Das Spiel mit den Grenzwerten

Beispiel Bluthochdruck: Ein dauerhaft hoher Blutdruck ist zweifellos gesundheitsschädlich und kann langfristig gesehen lebensbedrohlich werden. Die Frage ist, ab welchem Wert das tatsächlich der Fall ist. In Österreich stehen laut WHO-Bluthochdruckbericht 2025 rund 1,3 Millionen Menschen wegen Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung. Als Grenzwert gilt dabei ein Blutdruck von 140/90 mmHg. Wer darüber liegt, zählt als Patient. Das war nicht immer so. Bis zu den 1980er Jahren galt ein Wert von 160/95 als Grenzwert, ab dem der Blutdruck als ungesund hoch eingestuft wurde. Ob berechtigt oder nicht – wenn Grenzwerte gesenkt werden, kreiert man mit einem Schlag mehr Patienten und damit einen höheren Medikamentenabsatz.

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