Was ist dran an Orbáns „Reichtum”?
Es gibt Dinge, die meinen wir zu wissen, weil sie oft und von vielen wiederholt werden. Merke: Wo alle dasselbe sagen, da pass auf. Ein solches Thema ist die Behauptung von Viktor Orbáns „Korruption” durch „russisches Geld”.
Kaum ein Politiker zieht so viel Kritik an wie Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Zugegeben, er befeuert den medialen Zirkus selbst und sagt (und tut) gern provokante Dinge, wohl wissend, dass vorwiegend liberale Medien sofort aufjaulen werden. Das hilft Wahlen gewinnen: Man muss immer in den Schlagzeilen sein.
Seine Kritiker und viele Medien setzen aber davon unabhängig Thesen in die Welt, von denen sich manche mittlerweile in den Köpfen verfestigt haben. Als da wären: 1) Er ist reich. 2) Er ist reich, weil er korrupt ist. 3) Sein korrupter Reichtum stammt auch aus russischem Geld, deswegen kann er gut mit Putin. 4) Beweis: Das AKW Paks II wird mit russischem Geld erweitert.
Sehen wir uns das einmal näher an.
„Orbán ist reich”: Orbán ist wohlsituiert, für einen Ministerpräsidenten nicht untypisch - aber nicht reich. Laut seiner jüngsten Vermögenserklärung hatte er 2024 gemeinsam mit seiner Frau 5,7 Millionen Forint auf dem Konto (das entspricht etwa 15.000 Euro). Im Vorjahr waren es noch 10 Millionen HUF gewesen, und im Jahr davor 14 Millionen. Er verdient monatlich brutto 6,5 Millionen Forint. Das entspricht rund 16.500 Euro – in etwa so viel wie sein österreichischer Amtskollege. Deutsche Bundeskanzler verdienen mehr als 30.000 Euro im Monat.
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