„Was mir passiert ist, kann jedem passieren!“
Ein belgischer ehemaliger Lobbyist klagt die Präsidentin der Kommission. Ein Kampf David gegen Goliath. Baldan bekommt rasch die Konsequenzen zu spüren, wenn man sich mit den Mächtigen anlegt. Zuerst verliert er seine Akkreditierung und nun zerstört man auch seine Existenz.
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Frédéric Baldan, ehemaliger akkreditierter Lobbyist bei der Europäischen Union, war der erste, der es wagte, die Europäische Kommission in Person ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen vor einem belgischen Gericht strafrechtlich anzuzeigen und damit den Skandal namens „Pfizergate“ auszulösen. Es folgten mehrere Gerichtsverfahren, darunter eines, das von der New York Times vor dem Europäischen Gerichtshof angestrengt wurde und am 14. Mai 2025 mit der Verurteilung der Europäischen Kommission unter Ursula von der Leyen wegen Verschleierung und Vernichtung von SMS-Nachrichten im Zusammenhang mit den Verhandlungen über den Kauf von Pfizer-Impfstoffen im Wert von 35 Milliarden Euro während der Pandemie endete.
Die belgische Justiz wies nach einem Zug durch die Instanzen die Klage Baldans kürzlich ab. Begründung: Es sei kein persönlicher Schaden entstanden. Baldan beschränkte sich jedoch nicht auf die Strafanzeige, sondern veröffentlichte auch ein Buch mit dem Titel „Ursula Gates” (mit einer doppelten Anspielung auf den mächtigen Lobbyeinfluss der Unternehmen des amerikanischen Magnaten Bill Gates), in dem er die Hintergründe der Macht in Brüssel aufdeckt. Ein Buch, das trotz des Verschweigens in den großen europäischen Medien bereits hunderttausendfach verkauft wurde. Es ist ein Dorn im Auge des europäischen Establishments, das jede Kritik an der EU als eine Art Majestätsbeleidigung betrachtet.
In diesen Tagen kam Frédéric Baldan nach Italien, um sein Buch vorzustellen. Dabei beklagte er, dass ihm in Belgien ohne jede Erklärung plötzlich alle seine persönlichen und geschäftlichen Bankkonten geschlossen worden seien.
Verfolgung von Dissidenten
Die Praxis des „De-Banking”, eine politisch motivierte Kontokündigung, ist eine subversive, anonyme Form der Verfolgung von Dissidenten. Sie hat ihren Ursprung in den frühen 2000er Jahren, als sie den berühmten amerikanischen Schachspieler Bobby Fisher traf, und einige Jahre später Julian Assanges und sein Projekt Wikileaks. Als Reaktion auf die Attacken auf Wikileaks durch die Banken kam es jedoch zu einer starken Entwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoin. Schließlich verbreitete sich die Praxis des „De-Banking“ im Zuge der Pandemie immer mehr, so etwa, als die Konten aller geschlossen wurden, die den Aufstand der LKW-Fahrer in Kanada gegen die Impfpflicht unterstützten. Mit großem Medienaufsehen traf es dann den britischen Oppositions-Politiker Nigel Farage oder an das De-Banking des beliebten italienischen Senders Visione TV.
Plötzliche Kontenschließung
Wir haben mit Frédérik Baldan über seine Erlebnisse im Zusammenhang mit De-Banking gesprochen:
Baldan: „Bereits im Sommer war ich überrascht, dass die Bank ING mir ohne besonderen Grund mitteilte, mein Konto plötzlich schließen zu wollen. Noch größer war meine Verwunderung, als ich kurz nach meiner Rückkehr von meiner Italienreise ein Einschreiben der Bank Nagelmackers erhielt, in dem mir mitgeteilt wurde, dass sie meine Konten schließen wolle; Wobei sie sich auf vorgeschobene Begründungen hinsichtlich der Vorschriften zur korrekten Identifizierung berief, obwohl ich seit mindestens fünfzehn Jahren Kunde bei ihnen war. Aber nicht nur das, sie wollen auch die Konten meiner Frau, meiner Beratungsfirma und sogar meines gerade einmal fünfjährigen Sohnes schließen. Das kann kein Zufall sein, zumal sie unter anderem auch das Konto des Verlags schließen wollen, der mein Buch auf Französisch veröffentlicht hat."
Frédéric Baldan vor der früheren Stätte seines Wirkens in Brüssel. © F. Baldan.
Libratus: „Wie erklären Sie sich das?“
Baldan: „Ich glaube, dass nach meiner Anzeige (gegen von der Leyen, Anm.) und dem Skandal ein internes Rundschreiben der belgischen Behörden verschickt wurde, wonach der Staat in dem Versuch, Ursula von der Leyen zu verteidigen, mich auf eine schwarze Liste gesetzt hat und alle Banken aufgefordert hat, Informationen über mich zu sammeln. Ein sehr beunruhigendes Bild. Angesichts dieser Aufforderung müssten die Banken viel Überwachungsarbeit kostenlos leisten, stattdessen ziehen sie es vor, sich des Kunden zu entledigen. Auf diese Weise wollen sie auch die Einnahmen aus der Veröffentlichung meines Buches blockieren und dessen Verbreitung behindern. Heutzutage kann man ohne Bankkonto nicht leben, vor allem wenn man ein Unternehmen hat. Das ist ein Angriff auf meine Grundrechte.“
Akkreditierung gestrichen
Libratus: „Hatten Sie bereits vorher Konsequenzen für Ihre Anzeige zu spüren bekommen?“
Baldan: „Ja, unmittelbar nach meiner Strafanzeige gegen Ursula von der Leyen wurde meine Beratungsfirma aus dem Akkreditierungsregister der EU gestrichen und mir wurde mein Zugangsausweis für die europäischen Gebäude entzogen. In Europa gibt es ein Gesetz, das Whistleblower vor Verfolgung schützen soll, aber offensichtlich wird es nicht angewendet. Bedenken Sie auch, dass sich die Anzeigen später als völlig begründet erwiesen haben. Das Verbrechen wurde vom Europäischen Gerichtshof bestätigt. Die Anklage gegen die Präsidentschaft wegen Verschleierung und Löschung von SMS-Nachrichten zum milliardenschweren Kauf von Pfizer-Impfstoffen ist rechtskräftig. In dem Urteil zur Klage der New York Times wurde die Kommission wegen Verstoßes gegen Artikel 41 der Grundrechtecharta der Europäischen Union verurteilt und zur Zahlung der Prozesskosten verpflichtet. Leider hat dies jedoch die Bestätigung von Ursula von der Leyen als Präsidentin nicht verhindert. Zu diesem Skandal kommt noch das widerwärtige Schweigen der großen europäischen Presse hinzu, die das Thema fast vollständig ignoriert hat.“
Libratus: „Tatsächlich hat keine große europäische Zeitung eine Untersuchung zu Pfizergate eingeleitet oder Fragen gestellt.“
Baldan: „Das ist offensichtlich, denn die europäischen Medien stehen, wie mittlerweile jeder weiß, auf der Gehaltsliste der Europäischen Kommission und der sie unterstützenden Lobbys. Es ist kein Zufall, dass nur die New York Times aus Amerika aufgewacht ist, um Fragen zu stellen, wahrscheinlich wurde sie nicht oder nicht genug bezahlt...“
Mechanismus der "Drehtüren"
„Sie, dem alle Konten geschlossen werden, sind also der klassische „Affe, der geschlagen wird, um die Hühner zu erschrecken”, wie man in China sagt. Warum stören Sie so sehr?“
Baldan: „Weil ich es schaffe, der Öffentlichkeit die Hintergründe der EU hinter den Kulissen zu vermitteln. Ich habe den Mechanismus der „Drehtüren“ aufgedeckt, der es Beamten ermöglicht, problemlos von Führungspositionen in großen Unternehmen zu Beamten der Kommission zu wechseln und umgekehrt. Denken Sie nur an die Präsidentin der EMA, der Europäischen Arzneimittelagentur, Frau Emer Cook, die bis kurz zuvor CEO großer Pharmaunternehmen war. Oder Ursula von der Leyen, die Lobbyistin für das WEF, die Lobby aller Lobbys, war. Ich enthülle, wie sie ein einfaches Instrument ist, um die europäischen Länder zu zwingen, sich den Entscheidungen privater Clubs wie dem WEF zu fügen. Woher kommen wirklich die verschiedenen Richtlinien für den grünen Wandel, den digitalen Wandel und jetzt für die europäische Aufrüstung?“
Digitaler Euro Gefahr
„Am 30. Oktober traf sich die Europäische Zentralbank unter dem Vorsitz von Madame Lagarde in Florenz und kündigte an, die Pläne für die Einführung des Digitalen Euro beschleunigen zu wollen. Einmal eingeführt, scheint es, dass der Staat mit diesem System nicht einmal mehr die Unterdrückung an die Banken delegieren muss, sondern dass es ausreicht, einen Knopf zu drücken, um einen Dissidenten zu blockieren.“
Baldan: „Natürlich ist die zukünftige CBDC in Euro nicht mit Bargeld gleichzusetzen. Es handelt sich um einen Gutschein, eine Kaufgenehmigung, die von einem übereifrigen Beamten oder einem zukünftigen staatlichen Algorithmus, der von künstlicher Intelligenz gesteuert wird, ausgesetzt werden kann.“
„Mit der Schließung Ihrer Konten werden Sie aus der Zivilgesellschaft ausgeschlossen. Ist das so, als würden Sie vorwegnehmen, was jedem Europäer in naher Zukunft passieren könnte?“
Baldan: „Genau. Was mir jetzt passiert, kann jedem passieren. Es wird totale Kontrolle geben. Wenn man sich die Dokumente der Kommission ansieht, sind alle sogenannten Energie-, Grün- und Digitaltransitionen nichts anderes als Bausteine für einen algorithmischen Käfig um das, was einst ein Bürger war, aber bald nicht mehr sein wird. Das ist das Endziel. Jede echte oder künstliche Krise, von der Pandemie über den Terrorismus bis hin zum Krieg und zur Wirtschaftskrise, dient dazu, ein Element der Kontrolle hinzuzufügen. Es ist der letzte Schritt von einer Demokratie zum Totalitarismus des Sozialkreditsystems, das in China bereits in Kraft ist. Nicht umsonst trägt mein Buch den Titel „Ursula Gates”.“
Ursula von der Leyen bestgelaunt mit ihrem Verbündeten Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte im Sommer 2025 in Nizza. © Wikimedia, EU Kommission.
„Wie meinen Sie das?“
Baldan: „Weil ich in dem Buch enthülle, wie die Bill & Melinda Gates Foundation und die Vereinten Nationen Lobbyarbeit betrieben haben, damit China das Sozialkreditsystem einführt, und wie Bill Gates mit der Kommunistischen Partei Chinas zusammenarbeitet, um die digitale Kontrolle der Gesellschaft in diesem Land einzuführen. An die Europäische Kommission schreiben sie, dass die Digitalisierung mit dem Finanzwesen, der Justiz und dem Gesundheitswesen beginnt.
Die Absicht ist, Ihr Leben auf der Grundlage Ihrer Daten zu kontrollieren. Und dann sehen Sie sich an, wie das WEF als Partner der Vereinten Nationen die sogenannte Agenda 2030 umsetzt. Ursula von der Leyen war Lobbyistin des WEF, ihre Aufgabe ist es nun, die Agenda des WEF voranzutreiben. Sie wollen eine Weltregierung und durch den digitalen Wandel die zentrale Kontrolle über alles haben. Es ist ein verrücktes Programm, das nicht funktionieren wird, aber das ist ihr Plan, und sie setzen ihn um.“
„Hassen sie Sie deshalb?“
Baldan: „Ja, weil ich versuche, auf einfache Weise zu erklären, was wirklich vor sich geht, und das gefällt ihnen überhaupt nicht. Sie wollen nicht, dass die Menschen verstehen. Sie wollen, dass sie gehorchen.“
"Fair Banking" in den USA
In den USA wurde mittlerweile durch eine Verfügung des Präsidenten das De-Banking verboten und das „Fair-Banking“ für alle US-Bürger garantiert. In der Begründung wurde angegeben, dass Finanzinstitute inakzeptable Praktiken betrieben hätten, um Finanzdienstleistungen aufgrund politischer oder religiöser Überzeugungen einzuschränken. In Europa gingen die Regierungen bisher gegen De-Banking nicht vor. So etwa wurde in Österreich ein im Sommer eingebrachter Antrag vom Parlament abgelehnt.♦