„Wenn die Schiiten bleiben, werdet ihr bombardiert!“
Nach Jahren der Scharmützel zwischen Israel und der Hisbollah tobt im Libanon nun wieder der offene Krieg. Die islamistische Hisbollah wird seit langem vom Iran unterstützt, jetzt wird man in den Sog gezogen. Doch wie geht es den Menschen im Libanon? Was macht der Krieg mit ihnen? Eine Reportage aus dem Kriegsgebiet.
Seit Anfang März ist der Libanon wieder Schauplatz offener Kämpfe. Israelische Truppen sind ins Land einmarschiert, Luftangriffe erschüttern Dörfer und Stadtviertel, und im Süden liefern sich Kämpfer der Hisbollah Gefechte mit israelischen Einheiten, um deren Vormarsch aufzuhalten. Das Land wirkt wie ein Schachbrett aus unterschiedlichen Kriegszonen: zerstörte Ortschaften neben Gebieten, in denen das Leben weiterläuft. In Beirut reicht oft schon eine Straßenecke, um von einem zerstörten Viertel in ein anderes zu gelangen, in dem die Straßen belebt sind, Restaurants geöffnet, Feste stattfinden, Schulen aktiv und Behörden funktionsfähig.
Diese widersprüchliche Realität hängt eng mit der ethnischen und konfessionellen Struktur des Libanon zusammen. Das Land ist ein komplexes Mosaik aus religiösen und politischen Gemeinschaften, die häufig in klar abgegrenzten Regionen leben – in Städten oft sogar in unterschiedlichen Vierteln, politisch vertreten durch verschiedene Parteien.
Israel erklärt, die Hisbollah militärisch zerschlagen zu wollen. Die Bewegung dominiert seit Jahren die schiitische Gemeinschaft, die größte Bevölkerungsgruppe des Landes, die sich in bestimmten Regionen konzentriert – insbesondere in der Hauptstadt und im Süden an der Grenze zu Israel. Zugleich verfügt die Hisbollah über einen bewaffneten Arm, der vielerorts als schlagkräftiger gilt als die reguläre libanesische Armee.
Vor allem schiitisch geprägte Regionen geraten regelmäßig unter israelischen Beschuss, mit zahlreichen Opfern unter Kämpfern der Miliz wie auch unter der Zivilbevölkerung.
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