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Türkenbelagerung Wien Gemälde
Entsatz von Wien 1683 - die Abwehr des Osmanischen Reichs war ein Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Gemälde eines unbekannten Malers. © CommonsWikimedia.

Wider das Machtstreben

Die Geschichte zeigt: „Containment“, das Eindämmen des Machtstrebens eines überlegenen Gegners, ist nicht neu. Kroatien und die Ukraine im Vergleich.

Prof. Harald Heppner | Kommentar | 26. September 2025

Wenn sich zwei militärische Blöcke gegenüberstehen und keine friedliche Lösung in Aussicht steht, kommt fallweise das Prinzip „Containment“ ins Spiel: Es werden Maßnahmen gesetzt, um den Gegner in dessen Machtstreben einzudämmen, damit der eigene Handlungsspielraum gewährleistet bleibt. Dieses Prinzip kann verschiedene Optionen enthalten: Eine davon ist das Einrichten eines Puffers, der dafür sorgen soll, die beiden Kontrahenten nicht aneinandergeraten zu lassen und die atmosphärischen Voraussetzungen zu schaffen, damit es zu einer Konfliktlösung kommen kann.

Ansturm des osmanischen Reichs

Schon im späten 15. Jahrhundert waren sehr mobile und gewaltsam agierende Streifscharen der Osmanen aus Bosnien in Kroatien, in die Steiermark, in Kärnten, in Krain und auch in Friaul eingefallen und hatten den Einheimischen vor Augen geführt, dass mit ihnen nicht zu spaßen sei. Im Jahr 1521 eroberte das osmanische Heer die damals ungarische Grenzstadt Belgrad und bekam damit freien Zutritt in den mittleren Donauraum. 1526 fand die legendäre Schlacht bei Mohács (östlich von südungarischen Stadt Pécs) statt, bei der der ungarische König Ludwig II. den Tod fand. Kraft des Erbvertrages mit den Habsburgern übernahm nun sein Schwager in Wien, Ferdinand I., die Herrschaftsrechte über Ungarn und Böhmen. 1529 standen die „Türken“ vor Wien und waren drauf und dran, die habsburgische Residenz zu erobern und damit die Überlegenheit des Islams gegenüber der Christenheit unter Beweis zu stellen.

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