Wie man im eigenen Auto überwacht wird
In Autos werden immer mehr Chips eingebaut, alles wird elektronisch gemessen und gesteuert. Die Überwachung und Steuerung sind sogar aus der Ferne möglich. Die USA haben unter der Präsidentschaft von Joe Biden Chips aus China und Russland ab 2027 verboten. Sie müssen ab dann ausgebaut werden. In Europa geht man den gegenteiligen Weg und will noch mehr Überwachung.
In der EU setzt man gezielt auf Überwachung, jedes neue Fahrzeug muss verpflichtend Chips eingebaut haben, die das Fahrverhalten kontrollieren. Argumentiert wird dies mit dem Dieselskandal von VW – es soll überprüft werden, ob die Angaben zum Verbrauch stimmen. Somit werden alle Lenker ungefragt zu Teilnehmern eines Massentests und ihre Daten automatisch erhoben und verarbeitet. Angeblich anonym. Nun überlegt man noch, dass bei Überschreitung der Geschwindigkeits-Limits automatisch Strafen erteilt werden. Also doch keine Anonymität.
Künftig müssen Autos auch die Augenbewegungen der Fahrer überwachen, das verlangt die EU seit 2024 in ihren Vorgaben für Assistenzsysteme, die auch in der Schweiz laut „Verordnung über die technischen Anforderungen an Straßenfahrzeuge“ übernommen wurde. Wendet man etwa den Blick zu lange von der Windschutzscheibe ab, schlägt das System Alarm.
Die Überprüfung des Verbrauchs und Beobachtung des Fahrverhaltens noch harmlos. In der Vergangenheit hatten nur die Hersteller die Daten, zur Fahrzeugüberprüfung und für den Notfall. Nun hat man einen Vorwand für eine dauernde Ortung. In Kombination mit Handys, die im Auto mitgeführt werden, kann man theoretisch feststellen, wer wann wo und mit wem unterwegs ist oder war.
Der Jaecoo 7 des chinesischen Autoherstellers Jaecoo, der im europäischen Markt intensiv beworben wird, ist mit allen Assistenzeinrichtungen ausgerüstet, inklusive 540-Grad-Kamera. © Jaecoo.
Auch eine Steuerung aus der Ferne ist möglich: Man kann durch Fahrassistenten in Fahrverhalten eingreifen. Diese sollen eigentlich der Sicherheit dienen, doch können sie auch missbraucht werden. Im Extremfall für terroristische Anschläge, indem man Fahrzeuge als Waffe benutzt und fernsteuert. Die Lenker sind ahnungslos. Die Vorstellung ist gespenstisch. Aber wer jemals die Einparkhilfe eines modernen Autos ausprobiert hat, weiß, was alles ohne menschliches Zutun möglich ist. ADS umfasst die Komponenten, mit denen ein hochautonomes Fahrzeug sogar ohne Fahrer betrieben werden kann.
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