
Amerikas Freund zu sein…
Die USA haben keine dauerhaften Freunde oder Feinde, nur Interessen, meinte einst der legendäre Henry Kissinger. Und diese Freundschaft kann auch gefährlich sein, wie die Geschichte zeigt.
„Amerikas Feind zu sein mag gefährlich sein, aber Amerikas Freund zu sein, ist fatal.“
US-Außenminister Henry Kissingers vielzitierte Aussage, nachdem der amerikanische „Freund“, Diktator Nguyễn Văn Thiệu, 1963 in Vietnam die Macht übernommen und den früheren amerikanischen „Freund“, Diktator Ngô Ðình Diệm, erschossen hatte, wurde von William F. Buckley Jr. aufgezeichnet. Ein Jahrzehnt später, als die Amerikaner kopfüber aus Vietnam flohen, überließen sie ihre „Freunde“ der Obhut des kommunistischen Việt Cộng.
In der Zwischenzeit könnte Kissingers Aussage von einer respektablen Reihe anderer amerikanischer Freunde bestätigt werden, zum Beispiel von Reza Schah Pahlavi, der 1979 aus dem Iran vertrieben wurde; von Saddam Hussein, der 2006 hingerichtet wurde; von den afghanischen Mudschaheddin, die 1978 für den Kampf gegen die UdSSR rekrutiert und dann als Taliban und Al-Qaida zu prominenten US-Feinden wurden; von den irakischen Kurden und Schiiten, die 1991 zum Aufstand gegen Saddam angestachelt und dann seiner Vergeltung übergelassen wurden; von Michail Saakaschwili, 2008 zum Angriff auf russische Regionen Georgiens angestachelt, heute in einem georgischen Gefängnis; von den afghanischen „Freunden“, nach der Flucht der USA 2020 der Obhut der Taliban überlassen.
Und natürlich: durch Russland nach 1992 und China im neuen Jahrhundert. Und: von der Ukraine und Europa seit 2014.

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