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Statue vor grünem Baum mit roter Feder
Statue von Étienne de La Boétie. © CommonsWikimedia.

Die Vasallisierung Europas

Vor 360 Jahren wurde bereits über die „freiwillige Knechtschaft“ geschrieben. In diese hat sich heute Europa begeben. Es hat sich der Vorherrschaft der USA unterworfen. Die Nachteile nimmt man einfach hin.

Eva Pfisterer | Wirtschaft | 24. Januar 2025

"Die Vasallisierung Europas schreitet voran," konstatierte bereits im Frühjahr 2023 die Europäische Denkfabrik mit Sitz in Berlin, das "European Council on Foreign Relations." Der provokante Titel ihrer Studie: "Die Kunst, sich Vasallen heranzuziehen." Seit Beginn des Ukraine - Krieges wird die Politik Europas exklusiv von den USA dominiert:  Die USA diktieren die gemeinsame Kriegsstrategie. Nicht nur mit der Menge an Rüstungslieferungen an Kiew, sondern auch mit Sanktionen, die Europa in die Armut treiben. Wie im Kalten Krieg.

Mit dem Unterschied, dass Europa nicht mehr zu starken Frontstaaten geformt werden müsse. Heute laufe die US-Politik auf eine Schwächung Europas hinaus, so das Fazit der Studie. Für die USA habe es heute Vorrang, ihre eigene Wirtschaft maximal gegen China zu stärken. Dies auch auf Kosten der europäischen Industrie, die für Washington allenfalls nur noch Hilfsfunktion sei. 

Unterwerfung unter US-Führung

Erstaunt stellen die Autoren die Akzeptanz und geradezu Unterwerfung unter die US-amerikanische Führung fest – trotz der eklatanten wirtschaftlichen Nachteile für Europa. Selbst die Militärhilfen Europas an die Ukraine sind um mehr als ein Drittel höher als jene der USA: Bis Ende letzten Jahres zahlte die Europäische Union samt Norwegen und Großbritannien 125 Milliarden Euro, also 128 Milliarden Dollar für die Ukraine. Die USA bezahlten 88 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hat Europa weitere 120 Milliarden Euro zugesagt, die in den nächsten Jahren ausgezahlt werden sollen, während die künftige Hilfe der USA fraglich ist.

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