
Paradoxe Waffenkultur und Kriegstreiberei
Die Debatten rund um Waffen und Krieg sind in Deutschland paradox und unehrlich: Denn während im politischen Diskurs (spätestens) seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs die Kriegsrhetorik überhandnimmt, ist das Waffengesetz in Deutschland eines der strengsten in ganz Europa: Es findet eine regelrechte Entwaffnung der Zivilbevölkerung statt. Dass dies nicht unbedingt zu weniger Gewalt führt, zeigen auch die regelmäßigen Fälle islamistischer Gewalttaten.
Gewalt scheint im spielerischen Kontext für Aufsehen zu sorgen. Sowohl bei Computerspielen als auch im Fasching, wenn sich Kinder als Ritter, Cowboy oder Pirat verkleiden und dabei mit Plastikrevolver oder Schwert herumlaufen. Insbesondere in progressiven Milieus ist es mehr als verpönt, wenn Kinder mit Spielzeugwaffen spielen oder solche zu Festtagen verschenkt werden.
Da nimmt es umso mehr wunder, dass zwar das „Kriegsspielen“ ein derartiges Tabu ist, doch wenn es um den tatsächlichen Krieg geht, kann die Erziehung dazu scheinbar nicht genug affirmiert werden.
Kriegstüchtig!
So ließ im November 2023 der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) aufhorchen, als er erstmals verkündete, Deutschland müsse wieder „kriegstüchtig“ werden – nicht nur auf ideologischer Ebene, auch im wirtschaftlichen Sinne. Immerhin gab es darauf durchaus kritische Entgegnungen und Kommentare – auch in Medien wie der "Süddeutschen Zeitung" oder der "Zeit".
Pistorius wiederholte im Sommer 2024 seine Aussage, indem er präzisierte, Deutschland müsse bis zum Jahr 2029 kriegstüchtig werden. Er aktualisierte seine Aussage im Jänner 2025 schließlich, als er sagte, die Kriegstüchtigkeit sei das „Gebot der Stunde“.

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