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Demonstration mit Plakat "No AfD" in Thüringen
Ob im Landtagwahlkampf in Thüringen oder bei der Bundestagswahl, es heißt stets "alle gegen die AfD". © CommonsWikimedia.

Unterwegs im Land der Ratlosen

Vor den Wahlen am 23. Februar sind sich die Deutschen nur in einem einig: Es geht dem Land schlecht. Aber kann sich überhaupt etwas ändern? Eine Reportage mitten im Wahlkampf.

Boris Kálnoky | Politik | 21. Februar 2025

Auf dem fast leeren Parkplatz eines großen Supermarktes reinigt ein junges Paar Fenster und Lampen ihres Autos. Sie haben es nicht eilig, gerne beantworten sie ein paar Fragen.

Wie geht es Deutschland? „Schlecht”. Die Wirtschaft? „Katastrophe”. Inflation? „Katastrophe”. Mietpreise? „Katastrophe”. Migration? „Katastrophe.”  Wir sind in der Stadt Brandenburg, 70.000 Einwohner, etwa 50 Kilometer westlich von Berlin.

Dringend musss sich etwas ändern, meinen sie, aber sie sehen nicht, wie. Auch die vorgezogenen Wahlen am 23. Februar werden ihrer Meinung nach keinen Richtungswechsel bringen: „Die CDU will mit Linksparteien koalieren, die die Probleme erst geschaffen haben, und mit der rechten AfD will niemand regieren”.

Fast jeder, den man dieser Tage fragt in Deutschland, antwortet ähnlich. Vor allem die Migration, genauer gesagt: Gewalt durch Migranten, regt die Menschen auf. Solingen, Magdeburg, Aschaffenburg, München – die Liste malerischer deutscher Städte ist mittlerweile eine Chronik blutiger Angriffe gegen unschuldige Menschen. Die Täter: vor allem Syrer und Afghanen, die eigentlich gar nicht im Land sein dürften, weil ihr Asylgesuch abgelehnt wurde.

Keine Lösung in Sicht

Eine Lösung ist nicht in Sicht, und so kommt es, dass die rechte AfD in allen Umfragen etwa doppelt so stark ist wie ihr Wahlergebnis vor vier Jahren. Da erreichte sie 10,4 Prozent der Stimmen. Jetzt liegt die Partei bei 20 Prozent oder mehr. Es sind es nicht nur frühere CDU-Wähler, sondern vor allem SPD-Wähler, die insbesondere im Osten Deutschlands zur AfD überlaufen. Wie hier in Brandenburg. Die SPD liegt in den Umfragen bundesweit bei rund 15 Prozent. 2021 gewann sie die Wahl mit 25,7 Prozent.

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