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Dekoratives Zeichnung: Ein Mann mit einem Megaphon steht vor einer Mauer, dahinter unterhalten sich ein Mann und eine Frau
© Bild:123RF Bildagentur

Warum es „Libratus“ braucht

Medien haben massiv an Glaubwürdigkeit verloren. Propaganda, einseitige Berichterstattung und Haltungsjournalismus greifen um sich. Unterrepräsentiert sind Medien, die ihrem ursprünglichen Auftrag nachkommen: Umfassend zu informieren, kritisch zu hinterfragen und alle Seiten zu Wort kommen zu lassen.

Gudula Walterskirchen | Kommentar | 29. August 2024

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Agitation statt Information – das ist der Trend in der Medienwelt. Gleichzeitig wird eine Spaltung der Gesellschaft lautstark beklagt. Verursacht wurde diese Spaltung jedoch durch eine verantwortungslose Politik und Rhetorik der politisch Verantwortlichen in den letzten Jahren. Befeuert wurde sie durch agitatorische Medien. Informationen und Aussagen, die nicht in die eigene Agenda passen, werden dabei dem Publikum vorenthalten. Tatsachen oder Ereignisse werden verdreht dargestellt. Die früher strikte Trennung von Kommentar und Bericht löst sich immer mehr auf. Medien stellen sich mitunter in den Dienst der Mächtigen, was ihrer eigentlichen Aufgabe, den Mächtigen auf die Finger zu sehen, zuwiderläuft. Gefördert wird dies durch eine zunehmende Abhängigkeit von Regierungsgeldern. Darüber hinaus wollen viele Journalisten selbst Politik machen.

 

Diese Entwicklung wurde vom Publikum deutlich wahrgenommen und führte zu einem massiven Verlust an Glaubwürdigkeit – und dies zurecht. Denn Bürger wollen nicht mit „Haltungen“ und Propaganda konfrontiert, sondern umfassend und möglichst neutral informiert werden. Sicher, es gibt keine völlig neutrale Berichterstattung, aber es sollte das Bemühen darum erkennbar sein.

 

Wenn Medien dennoch Machenschaften aufdecken und Regierungspropaganda kritisch hinterfragen, haben sie es immer schwerer. Denn Regierungen und die EU-Institutionen greifen immer tiefer in die Informations- und Meinungsfreiheit ein. So etwa mit dem kürzlich beschlossenen europäischen Zensurgesetz, dem „Digital Service Act“: Unter dem Vorwand, die – von der Politik selbst definierte! – „Desinformation“ zu bekämpfen, sollen unerwünschte Kritik und Berichte verhindert und unbequeme Medien und Journalisten zum Schweigen gebracht werden. Man schreitet bereits zügig zur Tat. Die geplante „Chat-Kontrolle“, mit der darüber hinaus alle privaten Nachrichten kontrolliert werden sollen, konnte vorerst verhindert werden, ist aber noch nicht vom Tisch.

 

Viele Journalisten – und nicht nur sie – haben in den vergangenen Jahren erfahren, wie hart es mitunter sein kann, wenn man in diesem Beruf seine Unabhängigkeit, kritische Haltung und Unbeugsamkeit bewahrt. Dies hat die Autoren von „Libratus“ und auch viele Kolleginnen und Kollegen in anderen Medien nur noch darin bestärkt, an den Grundprinzipien des kritischen und unabhängigen Journalismus festzuhalten. Und es hat auch vielen Medienkonsumenten verdeutlicht, von welcher Bedeutung es ist, nicht einfach mit dem Strom der allgemeinen Meinung zu schwimmen, sondern selbstständig zu denken und stets kritisch zu hinterfragen. Die Schädlichkeit und Gefahr von Propaganda erlebten wir ja in der Geschichte und auch aktuell leider bereits mehrfach.

 

Es braucht daher kompromisslos unabhängige Medien, mittels derer sich die Bürger ein eigenes Bild von relevanten Themen machen und Hintergründe erfahren können. Wir wollen weder agitieren noch polarisieren. Das „Libratus Magazin“ hat nur eine Agenda und ein Ziel: Für ein breites Publikum – kritischen Bürgern, jungen Menschen, Unternehmern, Intellektuellen und Entscheidungsträgern – eine Quelle für möglichst objektive, differenzierte, kritisch hinterfragende, ausgewogene und umfassende Information zu sein. Daher haben wir den Namen „Libratus“ gewählt, was so viel heißt wie "ausgewogen" oder "abgewogen". Und dadurch soll auch einem weiteren Auseinanderdriften der Gesellschaft und der unerträglichen Propaganda entgegengewirkt werden.

 

Das „Libratus Magazin“ greift wichtige, zu wenig beachtete oder ungenügend bearbeitete Themen auf. Dem Lesepublikum wird ein Überblick zu interessanten Quellen und weiterführenden Beiträgen durch Verlinkungen geboten. Dies verstehen wir als Service für jene, die an einem Thema interessiert sind, näheres wissen wollen, aber nicht die Zeit und Möglichkeit für eine eigene eingehende Recherche im digitalen Universum haben.

"Libratus" will auch räumlich über die Grenzen wirken: Wir verstehen uns als Medium für den gesamten mitteleuropäischen Raum, was die Themen, die Sprachen und unsere Autoren und Leser betrifft. Denn oft wissen wir über Vorgänge im fernen Amerika besser Bescheid als über unsere Nachbarländer. In diesem Sinn wollen wir dazu beitragen, den mitteleuropäischen Kulturraum wieder zu beleben.

Ein hochkarätiges, erfahrenes, professionelles und engagiertes Team verschiedenster Herkunft hat sich zusammengefunden, um Ihnen im „Libratus Magazin“ wöchentlich solide und umfassende Information aus unterschiedlichen Perspektiven anzubieten. Wir bieten auch Gastautoren und unseren Lesern Platz in einem eigenen Debattenraum, um den Austausch der Argumente zu fördern und zu ermöglichen. Dies verstehen wir als unabdingbar für eine lebendige Demokratie.

 

Das Ergebnis unserer Bemühungen liegt nun vor. Lesen und urteilen Sie selbst. Von zentraler Bedeutung ist für „Libratus“ und dessen Glaubwürdigkeit die völlige Unabhängigkeit von Regierungs- oder Parteigeldern. Es finanziert sich einzig durch Beiträge von Bürgern, Abonnenten und Inserate von Unternehmen. Wir hoffen auf Ihr Interesse und eine große Zahl an Lesern und Abonnenten!

 

Ihre

Gudula Walterskirchen

Gudula Walterskirchen

Herausgeberin Libratus

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